Finale im Klingerhuf
29.06.2009 | 18:49 Uhr 2009-06-29T18:49:00+0200Die Moerser Genossen entscheiden jetzt, ob Rosendahl oder Yetim für den Landtag kandidieren darf. Eine Analyse.
Der Tag X ist da für Mark Rosendahl und Ibrahim Yetim, und egal wie pathetisch das klingt: Genau so ist es gemeint. Wenn die Wahlkreiskonferenz im Sportpark Klingerhuf einen der beiden Kontrahenten für die Landtagskandidatur nominiert, geht's für beide um mehr als ein Amt. Und die SPD steht nur zwei Monate vor der Kommunalwahl vor einer Zerreißprobe. Unnötig wie ein Kropf, spannend wie ein Krimi.
Da ist der Zeitpunkt. Mitten im Wahlkampf reibt sich die SPD in Machtkämpfen auf, die CDU genießt und schweigt. Bei den Christdemokraten wird wohl Bruno Vinschen seinen Hut in den Ring werfen. Die CDU nimmt sich Zeit, die die SPD nicht hatte. Warum? Die öffentliche Version ist wahlweise der „sonst viel zu enge Zeitplan” bis zur Wahl im Mai 2010 oder der Respekt vor Amtsinhaberin Elke Talhorst, den Zeitpunkt der Rücktrittsverkündung selbst zu bestimmen. Intern heißt es, Rosendahl und Yetim hätten gedrängelt. Glücklich ist keiner.
Womit wir bei den Querelen wären, die zwar vorhersehbar waren, die aber offenbar niemand verhindern wollte. Vielleicht noch am ehesten Fraktionschef Karl-Heinz Reimann mit dem Versuch, den Kapellener Jürgen Kohl für eine Kandidatur zu gewinnen, und somit ein unschönes Kräftemessen zwischen Moers und Rheinkamp zu vermeiden. Das dürfte sein Vorstandskollege Rosendahl zwar als Ohrfeige empfunden haben, doch Ibrahim Yetim hatte in Moers ganz andere Probleme.
Dem Deutsch-Türken, der vor zweieinhalb Jahren frischen Wind in den Ortsverein Moers gebracht hatte, wehte selbiger frontal ins Gesicht. Nicht nur einmal. Die erste Attacke kam von Carmen Weist in Form einer offenbar nicht ernst gemeinten Gegenkandidatur im eigenen Klub. Dann taten eine Reihe von Ur-Genossen kund, sie zögen den Ur-Moerser Rosendahl dem „Duisburger” Yetim vor. Befremdlich, wenn auch demokratisch korrekt, der Auflauf von etlichen selten bis gar nicht mehr gesehenen Rosendahl-Stützern bei der Aufstellung der Delegierten-Liste für Moers. Zuletzt der Auftritt des Ex-Vorsitzenden Claus Hagemann, der Yetim in letzter Sekunde vor dem Moerser Ortsverein bloßstellen und damit schwächen wollte.
Die vier Ortsvereine stellen für die Wahlkreiskonferenz eine unterschiedliche Anzahl an Delegierten, insgesamt sind es 75.
Ob Ibrahim Yetim oder Mark Rosendahl für den Landtag kandidieren dürfen, entscheidet die einfache Mehrheit, sprich 38 Stimmen. Und in der Tat wird es eine ganz enge Kiste. Sieben Delegierte stellt Kapellen, die meisten stimmen für Rosendahl, Neukirchen hat sich mit acht Stimmen auf Yetim festgelegt. Während Rosendahl Rheinkamp hinter sich wähnt (26 Stimmen), hat Yetim Probleme im eigenen Ortsverein (34 Stimmen).
Nicht, dass Mitleid angebracht wäre. Yetim versteht sich auf politische Ränkespiele, ist Berufspolitiker und ging seinen bislang kurzen Weg in Moers sehr zielstrebig. Zu zielstrebig für für einige Alteingesessene, Hagemann wähnte sich gar brutal abgesägt. Fakt ist: Für Yetim, den Macher, der gern mit dem Image des Faust paukenden Kumpel kokettiert, dürfte sich das Thema Landtag bei einer Niederlage endgültig erledigt haben.
Für Rosendahl auch. Aber nicht wenige Genossen glauben, es würde ihn ungleich härter treffen. Er, der Entwickler und Planer, eher die fleißige Biene, hat, wie es in SPD-Kreisen heißt, sein kommunalpolitisches Leben lang daraufhin gearbeitet, nach Düsseldorf zu kommen. Er war Kronprinz, bevor Yetim Moers entdeckte.
Fakt ist: Es wird verdammt knapp.
23:09
Rosendahl hat sein Leben auf Duesseldorf ausgerichtet .
aber da weht ein anderer Wind ,und nur Laecheln genuegt nicht ,
Da muss es Kesseln
Und ob der eine oder andere das Kaesseln lassen kann
Hege ich grosse Zweifel
Rosendahl ist als Gruss Onkel im Kanickkel Verein Blauer Rammler 1. Wahl
Allenfalls noch Gratulations Onkel
Mehr nicht
Er ist eben nicht Seine Eltern
22:45
Wer soll einem denn da mehr leid tun?