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Festliche Stimmung – trotz drohendem Ende

17.06.2012 | 20:15 Uhr
Festliche Stimmung – trotz drohendem Ende
Tag der offenen Tür im Bergwerk West - 100 Jahre Steinkohleförderung. Foto: Heiko Kempken

Kamp-Lintfort. Festliche Stimmung trotz des bevorstehenden Auslaufens: Das prägte die Atmosphäre unter den 400 Gästen am Samstagvormittag bei der Feier „100 Jahre Steinkohlenförderung“.

Es war die vielleicht letzte mit positiver Grundhaltung auf dem Bergwerk West, bevor die Zeche Ende des Jahres geschlossen wird. Sehr viele Ehemalige waren der Einladung ins Festzelt gefolgt.

Es durfte gelacht werden. Auf Bürgermeister Christoph Landscheidt, der die Vision, ja die Utopie von Kamp-Lintfort im Jahr 2025 entwarf (natürlich mit dem Bahnschluss, dem Erhalt sämtlicher Gebäude entlang der Friedrich-Heinrich-Allee und, wieder in einem Festzelt sitzend, die ersten zehn Jahre einer sehr erfolgreichen Nachnutzung des Geländes feiernd), folgte Friedhelm Vogt. Der Betriebsratsvorsitzende sorgte für einen Kontrapunkt zu Landscheidt: „Vergessen Sie die Utopie, hier kommt die Realität!“

Natürlich wurde zurückgeblickt. Vogt sprach von einem „stolzen Stück Geschichte, der Geschichte der Menschen, die hier gearbeitet haben, und ihrer Familien“, Landscheidt nannte das Bergwerk „mehr als Produktions- und Arbeitsstätte – es ist neben dem Kloster eine der Wurzeln, ein Mittelpunkt der Stadt, ein Auftraggeber für den Mittelstand, ein Stück Seele für Kamp-Lintfort“.

Werksdirektor Karl-Heinz Stenmans bezeichnete die 100 Jahre Förderung als „ein stolzes Ereignis in dieser Zeit, ein Grund zum Feiern. Das ist ein großes und starkes Stück Geschichte, das nicht in Vergessenheit geraten sollte“. Immerhin 8500 Menschen hätten in der Spitze auf dem Bergwerk gearbeitet. Trotz der Tatsache, dass „2012 ein Schicksalsjahr für uns“ ist mit der Feier jetzt und dem Abschied am Ende des Jahres, blickte Stenmans voraus: „Mir liegt der Erhalt der Gebäude längs der Allee und ihre schnelle Neunutzung am Herzen.“

Jürgen Eikhoff, Vorstand Produktion der RAG und zehn Jahre auf der Zeche tätig, umriss die Geschichte von Friedrich Heinrich in einer früher überwiegend landwirtschaftlich genutzten Region, während die auf die Kohle angewiesene Industrie im wesentlichen auf der anderen Seite des Rheins angesiedelt war. Als er 1994 das Bergwerk verlassen habe, dachte man noch an die Zukunft – Gedanken, die aber mit der Vereinbarung zur Stilllegung des Steinkohlebergbaus nicht mehr zum Tragen gekommen seien.

Wolfgang Krause

Kommentare
18.06.2012
12:22
Dürftige Berichterstattung
von KJK61 | #1

Die Berichterstattung zum Jubiläum des Bergwerks West ist ja wohl ausgesprochen dürftig: Kaum ein Wort über die Attraktionen, die den zahlreichen...
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2012-06-17 20:15
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