Faustdicke Überraschung durch den SV Sonsbeck gegen Wuppertal

Auch bei diesem vom Wuppertaler Tim Manstein scharf auf den hinteren Pfosten gedrehten Eckball reagierte der gut aufgelegte Sonsbecker Torwart Ahmet Taner (verdeckt) selbst im Gewühl die Übersicht.Foto:Armin Fischer
Auch bei diesem vom Wuppertaler Tim Manstein scharf auf den hinteren Pfosten gedrehten Eckball reagierte der gut aufgelegte Sonsbecker Torwart Ahmet Taner (verdeckt) selbst im Gewühl die Übersicht.Foto:Armin Fischer

Stadionsprecher Dieter van Nahmen meinte es gut mit dem Wuppertaler SV.

Den Gästen vom SV Sonsbeck in der Fußball-Oberliga riet er vor dem Anpfiff, dass der Tabellenführer sich um die Dienste von Jesse Weißenfels bemühen solle: „Der schießt euch in die 3. Liga“, versicherte van Nahmen. Die Sonsbecker vermissen ihren Knipser der vergangenen Saison, der nun in der Regionalliga für die Sportfreunde Lotte trifft, eben noch immer.

Es geht aber auch ohne. Denn mit 1:0 (0:0) schlug Sonsbeck gestern den WSV vor 1300 Zuschauern.

Wuppertal versuchte von Beginn an, das Spiel zu bestimmen. Sonsbeck hielt gut dagegen. So waren zu Beginn Torraumszenen eher Mangelware. Es dauerte bis zur 23. Minute, bevor Wuppertal richtig gefährlich vor das Sonsbecker Tor kam. Per Freistoß an der Strafraumgrenze. Doch die SVS-Mauer stand, und der Nachschuss erreichte kaum Tornähe.

Schreck für die Gastgeber dann in der 27. Minute. Sebastian Santana, dem in der Wintervorbereitung gleich zwei Doppelpacks gelang, blieb nach einem Tackling verletzt liegen, versuchte es nochmals, muss aber drei Minuten später für Baran Özcan raus. Fünf Minuten später erwischte es Michel Tißen, der an der Außenlinie behandelt werden muss. Doch er konnte weiter mitmischen. Das wäre allerdings auch ein herber Schlag für die Sonsbecker Offensive gewesen, wenn gleich zwei Protagonisten ausgefallen wären.

Die SVS-Abwehr schlug sich übrigens im ersten Durchgang wacker, ließ nichts zu. Und wenn irgendetwas nicht so gut lief, war Sonsbecks Keeper Ahmet Taner zur Stelle. Wie kurz vor dem Halbzeitpfiff nach einer Ecke von Tim Manstein. Zuvor hatte übrigens Jonas Kremer die erste richtig gute SVS-Chance aus 16 Metern, die leider knapp am WSV-Gehäuse vorbeistrich.

Nach dem Wiederanpfiff hatten nun die Gastgeber mehr vom Spiel: Lukas Vengels zirkelte den Ball nach einer Ecke knapp übers WSV-Tor (51.), genau wie Özcan seinen Freistoß (58.).

Flanke kommt von Özcan

Doch in der 73. Minute machte es Özcan besser, setzte sich auf der linken Seite durch, und flankte auf den mitgelaufenen Maximilian Fuchs. Der ließ seinen Namensvetter Maximilian Nadidai aussteigen und traf ins lange Eck zur gar nicht mal unverdienten 1:0-Führung. Wuppertal wurde nun nervös. Auf dem Platz und den Zuschauerrängen.

Es war eben bis nach Sonsbeck gedrungen, dass Velbert mit 4:0 gegen den VfB Homberg führte – und Wuppertal bei diesen Spielständen den Platz mit Velbert tauschen würde. Da rückte die 3. Liga in weite Ferne. Und sogar der Regionalliga-Aufstieg ist damit deutlich unsicherer geworden. Egal ob mit oder ohne Jesse Weißenfels.

Wuppertal warf nun aber alles nach vorne, hatte dabei gute Einschussmöglichkeiten. WSV-Keeper Lukas Fronczyk stürmte mit – à la Marwin Hitz vom FC Augsburg. Doch es reichte nicht. Sonsbecks Taner hielt den Sieg fest, der SVS springt nun auf den 15. Tabellenplatz. Auch weil das Spiel von Schwarz-Weiß Essen in Bocholt ausgefallen ist.

Sonsbecks Trainer Thomas Geist freute sich nachher zwar, aber: „Ich will eigentlich gar nichts dazu sagen. Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Ich bin so stolz auf die Truppe und hochzufrieden. Wir haben verdient gewonnen, auch wenn Wuppertal mehr Ballbesitz hatte.“

SVS: Taner, Müller (46. Hitzek), Hahn, Vengels, Kürten, Schneider, Terlinden, Kremer, Santana (30. Özcan), Fuchs (85. Pimingstorfer), Tißen.