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Falsches Signal

06.08.2010 | 17:42 Uhr

Issum will sich für die Zukunft rüsten – und hat deshalb ein Demographie-Konzept in Auftrag gegeben, an dem derzeit mit Düsseldorfer Experten fleißig gefeilt wird. In Zeiten knapper Kassen sollen kostenträchtige Infrastrukturen optimal ausgelastet werden.

Ob es nun Senioreneinrichtungen, Kindergärten, Schulen oder Sporthallen sind. Deshalb will sich Issum für junge Familien attraktiv machen – und für Senioren, die gerne in dem ruhigen Dorf mit schöner niederrheinischer Landschaft leben – und am Ort einkaufen – wenn es denn ein entsprechendes Angebot gibt.

Neben einem gefächerten Einzelhandel, hinreichenden Kindergartenplätzen und einem guten schulischen Angebot ist aber auch das von Bedeutung, was Wirtschaftsförderer als weiche Standortfaktoren bezeichnen. Kultur beispielsweise. Dazu zählt natürlich eine gut ausgestattet örtliche Bücherei. Sevelen hat zwei – in kirchlicher Trägerschaft. Issum könnte, glaubt man dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde, seine letzte Ende dieses Jahres verlieren, weil es am Geld fehlt. Für eine Gemeinde, die gerade dabei ist, sich für die Zukunft aufzustellen, ein Desaster. Senioren, Kinder und Jugendliche, just die Zielgruppen, die die Kommune besonders im Blick hat, zählen zu den fleißigsten Lesern der Bücherei, die jährlich mehr als 7000 Medien ausleiht. Wer ihnen wegen ein paar tausend Euro Zuschuss das Leseangebot vor Ort nimmt, kann sich auch das teure Demographie-Konzept sparen.

Volker Strommenger

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