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Fahrerflucht wird in Moers besonders verfolgt

23.02.2016 | 06:00 Uhr
Fahrerflucht wird in Moers besonders verfolgt

Am Niederrhein.   Die Aufklärungsquote von Unfällen, bei denen Menschen verletzt werden undder Verursacher einfach verschwindet, liegt im Kreis Wesel bei rund 80 Prozent

Dass die Zahl der Unfälle insgesamt zum Beispiel in Moers ganz erheblich gestiegen ist, bereitet Herbert Ickert, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Wesel, vergleichsweise wenig Kopfzerbrechen. „Bagatellunfälle“, sagt er und verweist darauf, dass die Versicherungen auch bei kleinsten Schäden ein Aktenzeichen der Polizei sehen wollen. Es sind indes ganz andere Entwicklungen, die der Verkehrsexperte mit Sorge sieht – unter anderem die steigende Zahl der Fahrerfluchten.

Vielfach, so Herbert Ickert, passiere Folgendes: Ein Kind wird angefahren, der Autofahrer steigt aus, sieht sich das Kind an, hält es für unverletzt, und haut ab. Ein Delikt, das Ickert mit allen Mitteln verfolgen will: „Fahrerflucht schädigt das Vertrauen der Verkehrsteilnehmer untereinander.“

Daher seien in Moers und Kamp-Lintfort Polizeibeamte stationiert, die vorrangig bei Fahrerfluchten mit Personenschaden ermitteln. Mit anderen Worten: Wird ein Mensch bei einem Unfall verletzt und der Verursacher flüchtet, sitzen ihm die Spezialisten der Polizei im Nacken. Mit Erfolg: Rund 80 Prozent dieser Fahrerfluchten werden aufgeklärt. Mit der Konsequenz, dass der Führerschein des Täters erst einmal eingezogen wird und ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet wird.

Ist schon diese Aufklärungsquote erfreulich, so ist es eine Zahl aus Kamp-Lintfort noch mehr: Im Vergleich zu 2014 ging die Zahl der Unfälle mit Kindern von 18 auf nur sechs zurück (in Moers und Neukirchen-Vluyn blieb die Zahl fast gleich). Den Rückgang in Kamp-Lintfort führt Herbert Ickert unter anderem auf die gute Zusammenarbeit von Polizei und Schulen zurück. Die Verkehrserziehung, so der Direktionsleiter, sei altersangepasst, und zwar vom Kindergarten bis zum Abitur.

Und noch etwas hat sich geändert: Waren es früher besonders die so genannten jungen Fahrer, die in der Unfallstatistik häufig auftauchten, so geht diese Zahl zurück. Dies liege, so Ickert, unter anderem am „Crash-Kurs“, in dem Oberstufenschülern auf ziemlich drastische Art und Weise klar gemacht wird, welche Folgen ein Auto- oder Motorradunfall hat. Noch etwas komme hinzu: „Es ist nicht mehr so supergeil, ein Auto zu haben“, drückt es der Direktionsleiter in der Sprache der Altersgruppe aus. Die einst typischen „Disco-Unfälle“ mit oft schlimmsten Folgen gebe es heute kaum noch.

Zum Schluss kommt Herbert Ickert noch einmal auf die im Straßenverkehr verletzten Kinder zurück. Die Hälfte von ihnen wird „passiv verletzt“: Die Kinder sind im Auto nicht angeschnallt. Wie einfach wäre es doch, diese statische Zahl noch weiter zu senken...

Harry Seelhoff

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2016-02-23 06:00
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