„Es hat mich nicht amüsiert“
25.02.2011 | 16:57 Uhr 2011-02-25T16:57:00+0100
Moers.Der Moerser Planungsdezernent Günter Wusthoff hört am Montag auf. Im Interview sprach er über Kohlenhuck, Politik und seine Mannschaft.
Eigentlich kann’s jetzt losgehen. Der Mann ist gerade mal 63, bei bester Gesundheit und auch nicht arm an Interessen. Die beiden Söhne Karsten (24) und Jens (33) sind aus dem Haus und seine Frau Elke reist mindestens genauso gern wie er. Noch bis Montag trägt der Mülheimer den etwas sperrigen Titel „Technischer Beigeordneter“, dann ist Schluss. Der Stadtplaner verlässt seine Baustelle Moers. Das tut er schweren Herzens. Rückblickend bleibt viel Stolz haften, aber auch Kritik. Der Grad zwischen engagiertem Gestalter und öffentlichem Prügelknaben ist schmal. Im NRZ-Interview spricht Günter Wusthoff Klartext.
Herr Wusthoff, was machen Sie am Dienstag?
Gemütlich frühstücken mit meiner Frau. Bis 8.30 Uhr. Sie gibt Kurse in einer Familienbildungsstätte.
Und dann legen sie sich noch mal hin?
Nein, nein, ich brauche nicht viel Schlaf.
Ist das Einstellungsvoraussetzung eines Planungsdezernenten in Moers? Wegen der schlaflosen Nächte?
Noch mal nein. Wir haben doch viel geschafft und noch mehr angestoßen.
Nämlich?
Angefangen bei dem Flächennutzungsplan über den Verkehrsentwicklungsplan und das Einzelhandelskonzept bis hin zur Begrünung des Straßenraums.
Bauexperten-Deutsch. Was meinen Sie konkret?
Etwa die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes. Oder die Aufwertung der Homberger Straße. Dann der Bereich Klever Straße und den Vinzenzpark. Ich rede vom Schlosspark und von 3500 Wohneinheiten, die in Moers entstanden sind. Dann gibt es Projekte, deren Vollendung ich leider nicht mehr als Verantwortlicher erlebe. Zum Beispiel das neue Rathaus oder das Realisierungskonzept Neuer Wall.
1969-1975: Studium an der RW TH Aachen
1975-1977: Refrendarzeit beim LVR
1977-1983: Autobahnamt Krefeld (heute: Straßen NRW)
1983-1987: Straßenbauamt Düsseldorf
1987-April 1992: Stadt Mülheim (Stadtplanungsamt)
1. Mai 1992: Leiter des Tiefbauamts Moers
1. Juli 1995: Dezernent
1. März 2003: Beigeordneter
Die unendliche Geschichte.
Wir waren mit diesem Konzept vor gut einem Jahr auf einem guten Weg. Leider ist der Plan vorerst an der politischen Diskussion gescheitert.
Im Klartext wollten die Grünen die Bäume retten und die FDP eine Tiefgarage. Ärgert Sie das nicht nach der vielen Arbeit?
Es hinterlässt Wehmut, ich muss es akzeptieren.
Sie waren emotional, als der neue Workshop Königsee in die Zeit nach Ihrer Pensionierung geschoben wurde.
Ich hätte das gern gemacht und war frustriert, dass das soviel Zeit braucht.
Zeit scheint ein Kardinalproblem der Moerser Stadtplanung zu sein. Was mussten Sie liegenlassen, was schmerzt?
Das Horten-Haus ist so eine Baustelle. Oder die Entwicklung des Quartiers am Königlichen Hof. Da haben wir sehr viel Zeit miteinander verbraucht und nichts ist dabei herausgekommen. Ich bin froh, dass der Bürgermeister das jetzt selbst vorantreibt.
Er hat ja Hilfe von der FDP, die per offenem Brief die Eigentümer anspricht.
(Wusthoff lacht) Ja, es ist gut, wenn Hilfe da ist.
Weniger lustig finden die Moerser den Stillstand. Sind Sie ein Verhinderer?
Ich habe mit vielen Investoren konstruktiv zusammengearbeitet. Also: Nein! Bei schwierigen Eigentumsverhältnissen ist der Planer nicht Herr des Verfahrens. Er kann nur Weichen stellen.
Wusthoff, der Unvollendete?
Auf keinen Fall. Jeder Planer stößt Prozesse an, die er nicht zu Ende führen kann.
Aber Sie hätten gern.
Es ist kein Geheimnis, dass ich bis zum vollen Pensionsalter weitergemacht hätte.
Ihr Posten ist quasi als Verhandlungsmasse in die Kooperationsvereinbarung eingeflossen. FDP und Grüne wollten auch einen Dezernenten bestimmen. Wie fühlt man sich da?
Ich habe das mit einer gewissen Distanz aufgenommen.
Ist es nicht ein Fehler im System, dass Wahlbeamte in hohem Maße von Kommunalpolitikern abhängig sind?
Sehen Sie, wir sind ja keine normalen Beamten, fungieren in einer Doppelrolle. Das ist eine besondere Rechtssituation, vergleichbar mit Ministern auf Landes- und Bundesebene. Wir sind dem Rat verpflichtet. Ich habe aber immer die Bürger im Blick gehabt.
Trotzdem ist es ja so, dass gerade die Politik beziehungsweise die ständige Kompromisssuche zwischen den Fraktionen einen Stadtplaner auch lähmt, oder?
Das ist zu stark ausgedrückt. Ich wünschte mir, das manches zügiger geht. Wir alle im Planungsdezernat wollen Dinge bewegen, sind ungeduldig.
Vor allem, wenn zwei Jahre Arbeit darin stecken. Wie sehr hat sie das getroffen, als Teile des Flächennutzungsplans über Nacht weggewischt wurden? Stichwort: Kohlenhuck.
Es hat mich nicht amüsiert. Aber mit den Gefühlen ist das so eine Sache. Wir müssen Entscheidungen akzeptieren.
Bekommen sie Ihre Mannschaft nach solch einer Aktion noch motiviert?
Ja, aber das ist nicht immer ganz einfach.
Heute beginnt Ihr letztes Wochenende als technischer Beigeordneter . Ist es auch das letzte für Moers mit einem Bau-Dezernenten?
Eine Stadt ohne Bau- und Planungsdezernenten kann es nicht geben, die Kompetenz muss bei der Stadt bleiben.
Enni soll wachsen und der Zeitpunkt wäre in Zeiten der Wiederbesetzungssperre günstig für die Auslagerung.
Kämmerer Wolfgang Thoenes macht in dieser Zeit die Vertretung und Lutz Hormes unterstützt ihn dabei als sowas wie ein Libero vor der Abwehr. Ich habe vollstes Vertrauen zu beiden und bin darüber hinaus zuversichtlich, dass die Stelle im Sommer neu ausgeschrieben wird.
Herr Wusthoff, sagen Sie doch mal spontan, was Ihnen zu folgenden Begriffen einfällt: Brandschutz.
Ist notwendig für die Sicherheit und ich wünsche mir einen sachlicheren Umgang mit dem Thema.
Hufeisenkreuzung
Find ich immer noch gut.
Ruhestand
Mehr Zeit für die Familie, insbesondere für meine Frau.
Moers
Es war eine schöne Zeit.
07:47
Keine Antwort des Gutachters CaptainWillard und von delpiera!
Das sagt doch eine ganze Menge aus!
Für solche Gutachter gibt die Stadt Moers
unser (!) Geld aus!
Das Geld der Steuerzahler,
nicht das von Herrn Wusthoff!
Und werden dann durch Schweigen und Ignoranz belohnt!
Wundert sich da noch jemand, dass Bürgerversammlungen keine große Resonanz haben?
Wenn Politik und Verwaltung sowieso machen, was sie wollen?
Beziehungsweise, was an Parteistammtischen nach Ideologie und Stadtteilproporz ausgekungelt wird!
So wird Bürgerengagement verhöhnt!
Und warum schweigt die Presse dazu??????
10:17
Muss es erst Blechschäden, Verletzte oder Tote geben,
bevor ein solches Ärgernis behoben wird?
Haben die beiden Verteidiger der
Moerser Verkehrsstauplanung
CaptainWillard und delpiera
nur am Schreibtisch Statistiken betrachtet oder haben sie das Hufeisen vor Ort zu Hauptverkehrszeiten und im Dunkeln
intensiv getestet?
Da muss man mal früh aufstehen,
vielleicht sehr früh für einen Verkehrsingenieur!
Ich habe jedenfalls wiederholt die Schrecksekunden im Hufeisen erlebt:
lässt der mich jetzt noch zur Humboldtstrasse durchfahren oder brettert er mir in die Seite,
so schnell wie der bei seiner grünen Ampel gestartet ist?
Wer hat eigentlich Vorfahrt?
Der Kreis-, pardon Hufeisenverkehr oder
die grüne Ampel vor Fernseh Wollny?
Das Schweigen der Herren CaptainWillard und delpiera legt die Vermutung nahe,
dass sie das Hufeisen gar nicht
aus eigener Anschauung und eigener Erfahrung kennen, sondern wirklich nur Statistiken lasen.
Da aber Politiker erklärtermaßen
nur den Statistiken glauben,
die sie selber gefälscht haben,
vertraue ich Statistiken im politischen Raum schon lange nicht mehr.
Und eines scheint sicher:
wie CaptainWillard versichert hat, war er ja für die Erfolgskontrolle des Hufeisens zuständig;
der zuständige Dezernent scheint sie wirklich nicht selbst getestet zu haben,
schon gar nicht am frühen Morgen im Dunkeln bei starkem Verkehrsaufkommen.
17:00
Da werden mündige Bürger als schlafmützig Autofahrer bezeichnet und Hinz und Kunz. Das berüchtigte Hufeisen ist deswegen nicht Unfall auffällig weil man da nur Schritt fahren kann oder man steht im Stau und verpestet die Umwelt. Für Orts unkundige Autofahrer dieses wertvoll klassifiziertes Bauwerk eine besondere Herausforderung, weil alle zum ersten mal mit so etwas konfrontiert werden. Was ist in den letzten Jahren eigentlich planerisch gut gelaufen und für die Moerser Bürger eine Bereicherung ?
15:52
stadtentwicklerisch wertvoll klassifiziert . Das klingt gut. Wurde man da nicht Sieger bei irgendeinem Wettbewerb? Bei diesem Prädikat wäre das doch denkbar. Dazu fällt mir die Pleite Musenhof ein. Unvergessen sollte auch noch der missglückte Schlossanbau bleiben. Das war ein planerisches Meisterstück.
09:22
Aha,
so sieht eine sachliche Antwort auf meine konkreten Problemschilderungen und Lösungsvorschläge aus ...
War das Gutachten, das das Hufeisen als stadtentwicklerisch wertvoll klassifiziert hat, von ähnlicher Sachlichkeit geprägt?
Aschenputtel - das Niveau der Moerser Verkehrsplanung?
Wie teuer war denn dieses Gutachten?
So langsam wundert mich in Moers nichts, aber auch gar nichts mehr!
18:50
Wenn ich irgendwo ein Thermometer präsentiert bekomme, auf dem 30 Grad Celsius stehen...
dann sagt das gar nicht aus.
Erst im Verhältnis zur Umwelt wird ein Schuh draus.
Es mag sein, dass der Schuh Hufeisenkreuzung Aschenputtels Schwestern nicht passt.
Das bedeutet aber nicht, dass der Schuh deswegen schlecht ist.
Oder Aschenputtel nicht passt, oder anderen Mädels.
Bildlich gesprochen.
08:20
Und was sagen
CaptainWillard und delpiera
konkret
zu meinen wiederholten Beobachtungen
sowie meinen kostenlos gegebenen Verbesserungsvorschlägen -
anstatt mit abstrakten Begriffen wie stadtentwicklerisch wertvoll klassifiziert sowie Herabsetzungen wie Hinz und Kunz und Verhöhnungen wie
automatisch Verkehrsingenieur
Nebelkerzen zu werfen?
Sind beide zu einer sachlichen Auseinandersetzung nicht in der Lage
oder nicht willens?
Was sagen sie zu meinen anderen Beobachtungen,
die auf vielfältigen Erfahrungen beruhen,
was Verkehr und Sicherheit in Moers betrifft?
Ist der mündige Bürger nur in schönfärberischen
Parteiprogrammen und Sonntagsreden
gefragt, wird aber in der Praxis als
lästiger Störenfried abgewatscht und verhöhnt?
07:58
Mein Gott, ich kanns nicht mehr hören. Warum meint eigentlich jeder Hinz und Kunz, der einen Führerschein hat, dass er automatisch Vekehrsingenieur ist? Manchmal funktioniert eine Kreisverkehrslösung einfach nicht - sei es wegen der Verkehrsbelastung oder der Platzverhältnisse, etc... Die Hufeisenkreuzung ist absolut unfallUNAUFFÄLLIG! Und das ist zum großen Teil der Gestaltung der Kreuzung zuzuschreiben. Also bleibt mal alle auf dem Teppich. Nicht alles, was man sich so hinter seinem Lenkrad denkt, funktioniert auch in der Realität...
23:50
Mein Gott, jetzt wird hier schon mit dem Strafgesetzbuch gedroht. Leute, dann haltet Euch doch einfach raus.
18:04
Nachtrag des Koloniejungen
Selbst in der Tschechei,werden alle Strassen -Kreuzungen auf Kreiseltauglichkeit geprueft .
Von der Grenze Oberwiesental bisOstrov (Schlackenwerth auf Deutsch )
Hat der Koloniejunge 11 Kreisverkehre auf den 20 Kilometern gezaehlt .
Das war aber 2006
Soviel zum Verkehrshindernis Hufeisen .
Ein Hufeisen ,soll ja gemeinhin Glueck bringen,In Moers aber Verkehrsstau´`s
Koloniejunge