Es gibt schon eine Warteliste

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Kamp-Lintfort..  Wenn Chefarzt Dr. Wilhelm Kirschke in ein paar Monaten in den Ruhestand geht, weiß er die Klinik II für Kardiologie, Elektrophysiologie, Angiologie, Pulmologie und Schlafmedizin in besten Händen. Der Chefarzt nahm vor etwa einem Jahr Kontakt zu Dr. Klaus Kattenbeck auf, der sich in der noch relativ jungen Elektrophysiologie bereits am Herzzentrum Duisburg einen Namen gemacht hatte.

Seit rund sechs Wochen ist Kattenbeck am St. Bernhard-Krankenhaus tätig. Gleich mitgebracht hat er Oberarzt Dr. Thomas Steinberg: „Wir haben schon in Duisburg bestens zusammengearbeitet.“ So sei er denn auch gerne mit nach Lintfort gekommen.

Erste Behandlungen

Der neue Chefarzt behandelt Herzpatienten beispielsweise bei Vorhofflimmern, Kammerflimmern oder Herzrhythmusstörungen mittels Elektrokatheter. Unerwünschte Reizleitungen im Herzen werden damit gezielt verödet und abgestellt. Für die Feinarbeit im Herzgewebe braucht der Mediziner viel Erfahrung. Das Verfahren kann daher längst nicht an jeder Klinik durchgeführt werden. „Diese Technik beherrschen nur Spezialisten in den großen Herzzentren.“ Kattenbeck wendet die noch relativ neuen Techniken der „Speziellen Rhythmologie“ schon seit 2006 erfolgreich an und hat auch in Kamp-Lintfort bereits die ersten Patienten damit behandelt. Er sagt: „Es gibt sogar schon eine Warteliste bis Juni.“

Die Erweiterung der Lintforter Kardiologie mit der hoch spezialisierten Elektrophysiologie wird dem Haus viel Auftrieb geben, wie auch die Geschäftsführung mit Josef Lübbers und Ottmar Köck denkt. Eigens dafür hat das Haus ein neues Labor angeschafft, das rund 300 000 Euro kostete. „Eine weitere Einheit mit zwei Laboren wird folgen“, sagt Lübbers. Zusammen mit neuen Räumen komme man auf eine siebenstellige Investitionssumme für die Kardiologie.

Ziel sei es, so Kattenbeck, die Klinik künftig zu dem elektrischen Herzzentrum am Niederrhein zu machen. Um so froher ist der neue Chefarzt, dass er in Lintfort mit offenen Armen empfangen wurde: „Ich merke, dass alle hier ganz begeistert mitziehen.“ Mit ein Grund für den Wechsel nach Kamp-Lintfort sei auch gewesen, wieder die ganze Bandbreite der Kardiologie abdecken zu können. „Das Haus hier ist mit der Kardiologie extrem gut aufgestellt.“

Der 46-Jährige lebt in Mülheim an der Ruhr. Er ist Fortbildungsleiter für die medizinische Zusatzqualifikation „Spezielle Rhythmologie“. In seiner Freizeit fährt Kattenbeck gern mit dem Mountain-Bike und nimmt ein Buch zur Hand.