Enten füttern im Schlosspark soll aufhören

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Die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft, die Stadt Moers und der Naturschutzbund wollen besonders Kinder über die Gefahren des Fütterns aufklären

Moers..  Enten, Gänse, Biberratten, Schwäne – der Schlosspark bietet vielen wild lebenden Tieren einen Lebensraum. Die Parkbesucher freuen sich an dem Anblick, begehen aber einen folgenschweren Fehler: Die Tiere werden gefüttert. das führt zu übergroßen Populationen und zu Schäden an Bodendenkmälern und an der Natur. Die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (Lineg), die Stadt und der Naturschutzbund (Nabu) versuchen gemeinsam, der Probleme Herr zu werden.

Täglich ist es zu sehen: Aus falsch verstandener Tierliebe werden die Wasservögel und mit ihnen die Nutrias mit Unmengen Brot gefüttert. Abgesehen davon, dass dies völlig unnötig ist, verursacht es den Tieren selbst große Probleme: Das natürliche Futter der Enten, also Ufer- und Wasserpflanzen, sterben ab, wenn Brot im Gewässer verschimmelt. Außerdem sorgt das Überangebot an Nahrung für eine zu große Population – zu große Kotmengen gelangen so ins Wasser und bilden Bakterien, die zum Tod der Tiere führen können.

Der Nabu will was gegen Nutrias tun

Dass auch noch die Biberratten gefüttert werden, stößt besonders Tim Hartmann vom Naturschutzbund (Nabu) bitter auf. Je mehr Nutrias, desto größer die Schäden: „Seltene Pflanzen werden von den Nutrias weggefressen. Wir begrüßen, dass etwas gegen Nutrias getan wird, sie haben keine natürlichen Feinde.“

Stadt, Lineg und Nabu wollen jetzt besonders bei den kleinsten Parkbesuchern Verständnis für die Forderung wecken, das Füttern der Wildtiere im Park zu unterlassen. Informationstafeln weisen auf die Gefahren hin, eine kindgerechte Broschüre mit dem Titel „Emma hat Hunger“ soll dies unterstützen. Dazu Gerhard Schmidt-Losse, stellvertretender Lineg-Vorstand: „Wir setzen auf die Lernbereitschaft und Einsicht der kleinen Parkbesucher.“ Und, damit einhergehend, auch auf die Einsicht der Erwachsenen.

Die Stadt Moers ist gleichfalls an einer Lösung des Nutria-Problems interessiert, da die Ratten die historische Wall-und Grabenanlage beschädigen. Bei starken Schäden müsse man vielleicht darüber nachdenken, die Tiere zu bejagen, so Fleischhauer. Und er fügt hinzu: „Ist es nicht furchtbar, dass es nicht mehr möglich scheint, die Dinge beim Namen zu nennen?“