Enni zu Gebührenvergleich: „Unseriös“

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xterner Berater Dornbusch gibt gute Noten für System. Kempken: Äpfel mit Birnen verglichen

Moers..  Am Dienstag hatte die NRZ über den Bund der Steuerzahler und dessen Übersicht über Müllgebühren berichtet. Danach gibt es in Moers die zweithöchsten Gebühren aller untersuchten Städte und Gemeinden. Dazu nimmt Enni, die die Gebühren berechnet, jetzt Stellung:

Wie jedes Jahr im Sommer hatte der Bund der Steuerzahler die Abfallgebühren im Land unter die Lupe genommen – „und dabei mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen“, sagt Ulrich Kempken, Abteilungsleiter für Entsorgung und Reinigung der Enni Stadt & Service. „Wir hatten den Bund der Steuerzahler auch in diesem Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass wir die Gebühren anders als in vielen anderen Kommunen in Moers nach einem Zählsystem erheben. Dies nicht zu berücksichtigen und die Bürger zu verwirren, ist schlichtweg unseriös.“

Tatsächlich habe der externe Berater Heinz-Josef Dornbusch vom in der Abfallwirtschaft bundesweit renommierten Institut für Abfall, Abwasser und Infrastrukturmanagement (INFA) dem Moerser System ganz aktuell gute Noten gegeben und es als fortschrittlich bezeichnet. „Er hat ausdrücklich gelobt, dass es die Kreislaufwirtschaft fördert und Bürgern vielfältige Anreize gibt, Abfall und Wertstoffe zu trennen.“

In der Tat ist laut Enni der Gebührenvergleich des Steuerzahlerbundes für Laien nur schwer zu interpretieren. Im Vergleich hier unter anderem: die vierwöchentliche Leerung einer 120 Liter-Restabfalltonne bei zusätzlich 26 Leerungen einer 120-Liter-Biotonne. Kempken: „Das würde laut Bund der Steuerzahler in Moers 348,90 Euro kosten. Der Haken an der Statistik ist jedoch, dass dies dank unseres Systems so gut wie kein einziger Haushalt braucht oder nutzt.“

Nur rund sechs Prozent nutzen laut Kempken eine so große Tonne. Die Realität sieht in Moerser Haushalten aber völlig anders aus: Rund 80 Prozent nutzen eine 60-Liter-Tonne und lassen diese im Durchschnitt nur elf bis zwölf Mal pro Jahr leeren. Dafür zahlen sie 204 oder 230 Euro – je nachdem, ob sie eine Biotonne benutzen. Altpapier und Bioabfall, die andernorts in der großen, grauen Restabfalltonne landen, werden in Moers wiederverwertet oder kompostiert.

„Unser System mit dem Kreislaufwirtschaftshof fördert die Wertstoffsammlung. Dabei gibt es keine Zusatzgebühren etwa für Sperrgut, Grünbündel, Weihnachtsbäume oder Schadstoffe“, sagt Kempken. Übrigens verweist er auf eine Besonderheit des Kreises Wesel. Hier sind alle Kommunen dazu verpflichtet, Hausabfälle dem Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof anzudienen. „Allein dadurch sind rund 55 Prozent aller Kosten fix und durch uns nicht beeinflussbar.“