Endspurt für den Klompenkönig in Neukirchen-Vluyn

Bernd und Rosi Stoffel.
Bernd und Rosi Stoffel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Montag nach Pfingsten muss das amtierende Klompenkönigspaar die Kette wieder abgeben, dannwird beim Klompenball ein neuer König ernannt.

Neukirchen-Vluyn..  Hübsch sind sie, die Königsklompen von Rosi und Bernd Stoffels. Und vergleichsweise oft getragen. Ihre Majästeten haben ihre Holzschuhe in den vergangenen zwölf Monaten etwas häufiger gebraucht als üblich. Am Montag nach Pfingsten geht ihre Amtszeit zu Ende. Beim Klompenball wird der Vorsitzende der Klompenfreunde Karl-Heinz Möhlendick wieder einen neuen König benennen. Zeit für eine Rückschau.

Anruf

Ihre Königs-Geschichte begann mit einem Anruf des besagten Vorsitzenden Anfang des Jahres 2014. „Als der anrief, wusste ich sofort, was der wollte“, sagt König Bernd Stoffel und lacht herzhaft. Ob das Paar groß überlegt hat? „Nö!“, rufen beide unisono. Sie seien ohnehin seit 25 Jahren beim Klompenball vertreten, bei der Kirmes immer mit dabei. Und abgesehen davon ist es doch eine Ehre, zum Klompenkönig ernannt zu werden. Wird schließlich nicht jeder.

Mit Karl-Heinz Möhlendick hat sich das Ehepaar Stoffel für weitere Absprachen auf neutralem Boden – in Geldern – getroffen. Zu Hause ging es nicht, da hätte Tochter Mareile sofort Verdacht geschöpft. Sie wohnt unmittelbar nebenan. Überhaupt war es schwierig, die Ernennung und die Vorbereitungen zu verheimlichen. Wissen dürfen es bekanntlich nicht mal die Verwandten. Folglich gestaltete sich auch der Einkauf für das Kaffeetrinken im Zelt nicht ganz einfach. In der Regel kaufen die Stoffels nicht zehn Pfund Kaffee, 400 Plastiktassen, Servietten und sonstige Dinge für bis zu 400 Partygäste ein. „Wir haben in Duisburg eingekauft“, sagt der König.

Mit Reisetrolleys. In einer Nacht- und Nebenaltion haben die beiden dann alles umgepackt und an einem sicheren Ort versteckt. Bernd Stoffel grinst. Und dann kam der Klompenball. Die Ernennung.

Tochter Mareile stand im Zelt direkt hinter ihrem Papa. „Die war fertig“, erinnert sich Klompenkönig Bernd. Auf dem Ticker hatte sie ihren Vater offenkundig nicht. Die möglichen Fährten hatte das Paar gut verwischt.

Rückblick

Rosi Stoffel blickt gern auf das Jahr zurück. Auf die Radfahrt mit den Klompenfreunden, auf die Busfahrt. Und auf den NRW-Tag in Bielefeld, bei dem das Klompenkönigspaar mit rund 40 anderen Klompenfreunden die Stadt Neukirchen-Vluyn repräsentiert hat.

Das war schon schön. Und jetzt nähert sich das Amtsjahr leider dem Ende.

Der Abschied fiele nicht ganz so schwer, weil der „letzte“ Tag auch so schön ist – darin sind sich die beiden einig. Am Montag nach Pfingsten ist noch mal ihr großer Tag.

Um acht Uhr morgens treffen sich die Klompenfreunde auf dem Schulplatz und marschieren zum Klompenkönigspaar nach Hause. Das dürfte weithin hörbar sein. Denn: Es ist eine hohe Tradition, dass all jene Menschen, die den König an jenem Morgen zu Hause besuchen wollen, nur mit Klompen an den Füßen dabei sein dürfen.

Bei den Stoffels zu Hause werden zu dieser Zeit bereits zehn fleißige Frauen der Klompenfreunde an einer Art Brötchenstraße rund 1200 Brötchenhälften geschmiert und belegt haben. Getränke werden kaltgestellt sein, und das Klompenkönigspaar ist bereit, mit Hilfe der Nachbarschaft seine Gäste zu bewirten.

Um halb elf wird das Königspaar mit der Kutsche abgeholt und zum Zelt gefahren. Das ist besonders für Enkelin Luna ein großes Vergnügen, da sie in diesem Jahr in der Kutsche mitfahren darf.

Und im Zelt ... muss Bernd Stoffel am frühen Nachmittag seine Kette wieder abgeben und ein neuer König bekommt das rund drei Kilogramm schwere Stück umgelegt. Wer das sein wird? Man weiß es nicht. Die Wetten laufen.