Endlich keine Bomben mehr

Bombenzerstörtes Meerbeck 1945, Quelle: NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers!
Bombenzerstörtes Meerbeck 1945, Quelle: NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers!
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Wie die Menschn in Neukirchen-Vluyn, Moers und Kamp-Lintfort vor 70 Jahren das Ende des zweiten Weltkrieges erlebten.

Moers..  Es war kalt am Morgen des 3. März 1945. Der damals elfjährige Jan Lohmann erinnert sich, dass die Pfützen auf der Straße vor dem Haus seiner Eltern in Vennikel mit einer dünnen Eisschicht bedeckt waren. Sein später verfasster, mehrseitiger Bericht endet wie folgt: „Wir hatten nun Sonntag, den 4. März 1945. (...) Aber nun gab es keinen Fliegeralarm mehr, keine Bomben, keine Jabos, die plötzlich am Himmel auftauchen konnten und auf alles schossen, was sich bewegte.“

Der 4. März 1945, war der Tag, an dem Jeeps und Panzer der amerikanischen Truppen auf dem Neumarkt standen, nachdem Infanterie- und Panzerdivisionen von Südwesten aus an den Rhein vorstießen, um die Brücken bei Baerl und Ruhrort zu erreichen. In Vennikel und Neukirchen-Vluyn trafen die US-Truppen am 3. März, in Moers am 4. März, in Kamp-Lintfort kurz darauf ein. Damit war – in diesen Tagen ist es 70 Jahre her – der zweite Weltkrieg für die Einwohner dieser Städte beendet.

Eisenhower, Churchill undMontgomery in Kamp-Lintfort

Nur wenige Kilometer entfernt wurde jedoch weiter erbittert gekämpft. Die Rheinbrücke bei Wesel wurde am 10. März von deutschen Truppen gesprengt, am 23. März setzten die Truppen der Alliierten bei Xanten und Wesel über den Rhein. Der spätere US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower, Winston Churchill und Bernard Montgomery trafen sich am 25. März 1945 im Kasino der Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort.

Zu diesem Zeitpunkt war in Moers der Krieg schon vorbei. Dieter Pops, ebenfalls aus Vennikel, erinnerte sich im Gespräch mit der NRZ an eben diesen 3. März, an dem die Amerikaner in Vennikel einmarschierten. Diesen letzten Kriegstag überlebten zwei Mitglieder der Nachbarsfamilie Tervoort nicht: „Die Toten stürzten auf meinen Vater, der fiel die Treppe zum Bunker hinunter.“ Später standen GI’s mit Maschinenpistolen vor dem Bunker. Eine Frau schrie in Todesangst: „Schießt ihr uns tot?“

Doch als deutsche Panzer aus dem Wald das Feuer auf die Amerikaner eröffneten, schickte die GI’s die Menschen zurück in den sicheren Bunker: „Mama und Baby zuerst“, befahl einer. Auch die Scherze der amerikanischen Soldaten haben sich dem damals achtjährigen Dieter Pops ins Gedächtnis gebrannt: „Die Amis hatten Spaß mit unseren Fahrrädern. Ei­ner fuhr, die anderen schossen mit der Maschinenpistole die Reifen platt.“

Wie haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Ende des Krieges am Niederrhein erlebt? Welche Erinnerungen haben Sie an die Tage, an denen in die Städte kamen? War es Zusammenbruch? War es Befreiung? Wie haben Sie die Tage und Wochen danach erlebt?

Schreiben Sie an: NRZ, Homberger Straße 4, 47441 Moers; lok.moers@nrz.de; 02841/ 92 13 91 (Montag 15-16 Uhr)