Eltern in Kamp-Lintfort machen sich Sorgen um die Niederrheinschule

Die Niederrhein-Schule an der Friedrich-Heinrich-Allee 24.
Die Niederrhein-Schule an der Friedrich-Heinrich-Allee 24.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Förderschule soll ab 2016 im Verbund mit einer Schule in Voerde geführt und vom Kreis Wesel als Träger übernommen werden.

Kamp-Lintfort..  Sie kamen mit selbstgebastelten Masken, auf denen ein Tränengesicht aufgemalt war: Schüler der Niederrheinschule und ihre Eltern gaben am Mittwoch in der Sitzung des Schulausschusses ihren Zukunftssorgen ein Gesicht: „Wir sind keine Inklusionsgegner, aber es gibt eben auch Kinder und Jugendliche, die in einer Regelschule nicht gut aufgehoben sind“, sagte Kathrin Quinders stellvertretend für viele Eltern der Förderschule. Dass Kamp-Lintfort als Teilstandort eines Förderschulverbundes erhalten bleiben soll, ist für sie wenig tröstlich: „Wir sorgen uns, dass die ganze hervorragende Arbeit, die an dieser Schule geleistet wird, zunichte gemacht wird.“

Inklusion und daraus resultierende sinkende Schülerzahlen an den Förderschulen des Kreises sind der Grund, warum das neue Förderschulkonzept des Kreises Wesel, über das die Politiker im Ausschuss abstimmen sollten, auch in Kamp-Lintfort auf Verbundlösungen setzt. Was den Eltern dabei unter anderem aufstößt – die Leitung des neuen Förderschulverbundes soll in Voerde und nicht in Kamp-Lintfort sitzen. In einer erst am Sitzungstag eingereichten Stellungnahme der Schulkonferenz der Niederrheinschule heißt es unter anderem: „Eine verlässliche Weiterführung der langfristig erprobten Konzepte ist notwendig, damit der Übergang zur Kreisschule gelingen kann.“

„Es ist jetzt schwer, ihre Sorgen zu zerstreuen“, sagte Schulamtsdirektor Jürgen Dorn vom Kreis Wesel. Und auch die Politik sann im Beschlussentwurf auf Nachbesserung: „Wir wollen dem Kreis das Signal geben, dass wir den Standort langfristig behalten wollen“, so die SPD-Fraktion. Die Abstimmung wurde in den nächsten Ausschuss geschoben.

In den meisten anderen Punkten waren sich die Fraktionen durchweg einig. So freute sich Jürgen Bachmann von den Grünen vor allem über den einstimmig gefassten Beschluss, die Büchereigebühren für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren abzuschaffen – eine ureigene Forderung der Grünen seit Jahren, so Bachmann: „Das ist für uns ein ganz großer Moment.“

Mehr Geld im Haushalt braucht die Stadt in den nächsten Jahren für den steigenden Bedarf an Plätzen im Offenen Ganztag. Derzeit stehen auch zehn Flüchtlingskinder auf der Warteliste. Der steigende Bedarf werde viele Schulen vor Platzprobleme stellen, merkte die CDU an, und Rektorin Sigrid Hamann von der Pappelseeschule bestätigte sofort: „Bei uns am Hauptstandort ist Platz ein Riesen-Problem. Hier wird jede Klasse, jede kleinste Kammer genutzt. Ich kann keinen mehr aufnehmen.“ Eigentlich gebe es in den Kamp-Lintforter Schulen ausreichend Platz für den „Ogata“ – nur nicht immer an der richtigen Stelle, so Dezernent Müllmann. Im Fall der Pappelseeschule seien es zwei Vereine, die noch Räumlichkeiten in der Schule nutzen: „Da sind wir in Gesprächen.“

Gegen die Stimmen der CDU wurde nach Anregung der Grünen außerdem beschlossen, bei der Betreuung in der Kindertagespflege zusätzliche Einkommens- und Beitragsstufen vorzusehen.