Eltern am JSG hauen auf den Tisch

Neukirchen-Vluyn..  Die Stille der Osterferien trügt. Bei den Eltern der Schüler am Julius-Stursberg-Gymnasium ist die Stimmung eher geladen, sie möchten am liebsten laut auf den Tisch hauen. Die Elternvertreter kritisieren nach wie vor, dass die Anregungen der Schulkonferenz bei den Sanierungsplänen des Schulzentrums nicht berücksichtigt wurden und planen nun Aktionen, um mit ihrem Unmut an die Öffentlichkeit zu gehen. Daran werden auch Schüler teilnehmen. Schülersprecher Alexander Küppers: „Selbst die kleinen haben verstanden, dass es hier um ‘was geht.“

Aufgewühlt hat die Eltern zuletzt auch der Vorwurf der Verwaltung, bei den Eltern läge kein gesunder Menschenverstand vor, wie die Mütter und Väter im Gespräch mit der Redaktion sagten. Dabei, so betonen sie, würden Fachplaner sehr gut bezahlt, Eltern arbeiteten ehrenamtlich, „es gibt wohl kaum etwas Menschlicheres“.

„Das Chaos in der Schulstraße ist programmiert“, unterstreicht Ellen Pick von der Elternpflegschaft mit Blick auf die Mensa-Planung. Man gehe nicht auf ihren Vorschlag ein, die vorgesehene Interimslösung im anderen Gebäude zur endgültigen Mensa zu machen. Die Mensa sei 2011 an der jetzigen Stelle deutlich kleiner geplant gewesen. Mit Blick auf die Vorschläge der Schule zur alternativen Planung in den Fachräumen führt die Elternvertreterin neben pädagogischen Gründen die Kosten an. „Es könnten pro Raum 25 000 Euro gespart werden“, ist sich Ellen Pick sicher. Sie kritisiert: „Es sind keine alternativen Berechnungen durchgeführt worden.“

Den Vorwurf, das Gymnasium würde Räume verlieren, unterstreicht Markus Remark. So sei der „Raum der Stille“ mit dem pädagogischen Ansatz für ihn ein Grund gewesen, sich für das JSG zu entscheiden. Unterm Strich bleibt – neben der inhaltlichen Kritik – der Vorwurf, die Stadt habe die Schulkonferenz nicht wie gesetzlich vorgesehen beteiligt. Die Beschlüsse seien im November 2014 gefasst worden, die Schulkonferenz habe erst am 5. Februar 2015 getagt.

Das sieht die Verwaltung erwartungsgemäß anders. Die Bedenken seien im Lenkungskreis besprochen worden, heißt es. Alle Hinweise der Schulkonferenz seien in die Überlegungen der Fachplaner und des Schulträgers eingeflossen und „soweit fachlich zielführend“ berücksichtigt. Die Politik habe sich für die Vorschläge der Fachplaner ausgesprochen. Die alternative Mensaplanung ist nach Stadtangaben teurer und „technisch nicht zielführend“. Für den „Raum der Stille“ können im Bedarfsfall andere Räume genutzt werden, denn nach der Umsetzung stünden dem JSG sogar mehr Räume zur Verfügung. Die drei anderen Schulen am Schulzentrum hätten keine Bedenken zur Planung geäußert.