Einzelhandelsverband will mehr Parkplätze in der Moerser City

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Was wir bereits wissen
Eine neue Runde in der Diskussion um die Frage, wie viele weitere Stellplätze die City braucht: 1000, und zwar an der richtigen Stelle

Moers..  Knapp sieben Jahre ist es her, seit ein Kamp-Lintforter Büro für Verkehrs- und Stadtplanung seinen Abschlussbericht „Parkraumuntersuchung Innenstadt Moers 2008“ vorlegte. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass – von wenigen kleineren Problemen abgesehen – die Stellplatzsituation in Moers eine insgesamt zufriedenstellende ist“, steht im Bericht zu lesen. Der Einzelhandelsverband ist indes vom Gegenteil überzeugt – auf die Standorte komme es an.

Und das ist nicht falsch, denn schon das Gutachten aus dem Jahr 2008 belegt, dass Parkplätze in bestimmten Bereichen der Innenstadt am Vormittag heiß begehrt sind: „Die Straßenzüge um den Kastellplatz, die Hopfenstraße und das Gebiet Ostring sind ebenfalls bis an die Kapazitätsgrenze heran ausgelastet.“ Weshalb Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, zwei Standorte als geeignet für den Bau von Parkhäusern sieht: das ehemalige Hafthaus an der Haagstraße sowie die Fläche zwischen Trotzburg und Kö. „Wir brauchen 1000 Stellplätze in der Innenstadt.“

Kofferraum ist eine Einkaufstasche

Wenn man mit den Betreibern von Parkhäusern rede, so Bommann, erhalte man folgende Antwort: unter 450 bis 500 Stellplätzen lohnt es sich nicht – und die müssen an der richtigen Stelle stehen.

„Der PKW macht fast 70 Prozent des Einkaufsverkehrs aus, die größte Einkaufstasche ist der Kofferraum“, so Bommann. Bestimmte politische Wunschträume – etwa dass die Menschen mit dem Fahrrad oder dem Bus zum Einkaufen in die City fahren – seien eben Träume, hätten indes mit der Realität absolut nichts zu tun. Statt dessen empfiehlt der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandlesverbandes einen Blick über den Tellerrand hinaus, zum Beispiel nach Zürich.

Dort untersuchte man im Jahr 2011 die wirtschaftliche Bedeutung von Parkplätzen im Innenstadtbereich. Ergebnis: Jeder Parkplatz bringt dem Handel einen Umsatz von 170 000 Euro jährlich, so Bommann.

Dazu Rolf Unterwagner, Vorstandsmitglied des Einzelhandelsverbandes: „Uns schwebt vor, die alte Planung wieder aus der Schublade zu holen: eine Tiefgarage im Bereich Trotzburg und Kö.“ Und Wilhelm Bommann weist darauf hin, dass die Stadt Venlo durch den Bau einer modernen Tiefgarage unter dem Marktplatz „in der Tat gewonnen“ habe.

Sorge bereitet dem Verbandsvorstand auch der geplante Berufsschul-Campus an der Repelener Straße. 300 Lehrer und 5000 Schüler, da sei die Vollauslastung des Parkplatzes an der Mühlenstraße vorprogrammiert. Die Stadt verweist zwar darauf, dass auf dem Gelände der alten Fechthalle 400 zusätzliche Plätze entstehen sollen, aber eine Problemlösung ist das in den Augen des Einzelhandelsverbandes nicht.