Eine tolle Hofkult(o)ur in Neukirchen-Vluyn

Auf dem  Heisterhof.
Auf dem Heisterhof.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am vergangenen Freitag radelten 20 emsige Radfahrer bei der beliebten Tour mit und erkundeten interessante Höfe und erfuhren spannende Geschichten.

Neukirchen-Vluyn..  Es gibt hochinteressante Gehöfte in der Stadt. Mit alten Gemäuern, antikem Mobiliar und spannenden Geschichten. Da diese am besten mit dem Rad zu erreichen sind, brachen am Freitag 20 mutige Fahrradfahrer auf und nahmen an der traditionellen Radtour „Hofkult(o)ur“ teil. Mutig, weil es an jenem Tag einfach extrem heiß war. Frank Grusen vom Stadtmarketing sprach folgerichtig von der „heißesten Hofkultour, die es wohl je gab“. Die vermeintlichen „Strapazen“ der Hitze nahmen aber alle gerne in Kauf – schließlich gab es viel zu entdecken.

Unter dem Motto „kleiner Grenzverkehr“ startete die Tour am Friedhofsparkplatz. Als Reiseleiter fungierten Heide Schmidt und Peter Pechmann, die die schönsten Wege zu den Gehöften ausgekundschaftet hatten. Nach kurzer Strecke war dann auch schon der erste Hof der Familie Spickers (Bruder und Schwester) erreicht. Vor allem die riesige alte Scheune mit dem fast antiken Tor und dem original erhaltenen Fliesenboden im Haus von 1904 beeindruckten die fleißigen Radler.

„Schnitzel“ auf der Farm

Von dort ging es weiter zum Stratenhof, der seit Generationen im Besitz der Familie Eicker ist. Dort angekommen, hörte jeder aufmerksam Karl Eicker zu, als er von der Chronik des Hofes berichtete.

Ihm zu Ehren wurde dann noch ein Geburtstagständchen gesungen. Sein Sohn Clemens Eicker, der jetzt auf dem Hof einen Spezialbetrieb für die Produktion und Reparatur von Quads betreibt, gewährte Einblicke in seine Werkstatt. Vor allem die männlichen Teilnehmer interessierten sich für die Technik. Anschließend zeigte der Hofherr seine „Farm“, auf der unter anderem Schweinchen „Schnitzel“ wohnt. Das ließ sich natürlich von den Besuchern nicht beim Fressen stören.

Dann hieß es wieder, rauf aufs Rad, fleißig strampeln und ab zum Hof der Familie Schrooten, die ebenfalls spannende Geschichten von den Voreigentümern ihres Anwesens schilderte. So fungierte der Hof einst als Schullandheim oder als Lazarett in den Kriegsjahren.

Schließlich wurden alle ins Haus eingeladen, wo es eine kleine Fotoausstellung zur Geschichte des Hofes gab und alle einen Blick in die Backstube werfen konnten. Auch der Garten hatte einiges zu bieten. Hier tummelten sich freilaufende Hühner, und ein paar Meter entfernt fristete ein alter Möbelwagen des Großvaters sein Dasein.

Zum Schluss ging es kurz hinter die Stadtgrenze zum Maurischen Pavillon. Gegen 19 Uhr erreichten alle das Ziel, wo sie vom Eigentümer Andreas Engelen im Garten begrüßt wurden. Eine tolle Anlage. Der Maurischen Pavillon diente in früheren Jahren als Gartenhaus des Schlosses Leyenburg. Zum Abschluss gab es ein Picknick im Garten, bei dem die Teilnehmer sich noch lange über neu erworbenes Wissen austauschen konnten. Die nächste „Hofkult(o)ur“ findet am 3. Oktober statt. Die Teilnahme kostet 10 Euro. Anmeldung unter 02845 / 391-230.