Eine Tauchfahrt ins Ungewisse
10.12.2009 | 17:29 Uhr 2009-12-10T17:29:00+0100Moers. Der Sozialismus ist tot, es lebe die Pop-Kultur und der geht es auch schon ganz schlecht. STM-Dramaturg Fabian von Lettow hat sich gemeinsam mit Alexander Kerlin und Mirjam Schmuck auf die Suche nach dem Utopiemythos schlechthin begeben – Atlantis.
Der Sozialismus ist tot, es lebe die Pop-Kultur und der geht es auch schon ganz schlecht. Was also wird aus der Angst des Menschen vor seiner Sterblichkeit, wenn alles erforscht, jeder Winkel der Schöpfung durchleuchtet und unsere gesamte Existenz vermarktet ist? STM-Dramaturg Fabian von Lettow hat sich gemeinsam mit Alexander Kerlin und Mirjam Schmuck auf die Suche nach dem Utopiemythos schlechthin begeben – Atlantis. „Altneuatlantis” heißt das so in einer Koproduktion entstandene Stück, das heute im Ringlokschuppen Mülheim Premiere feiert und ab Januar auch im Schlosstheater zu sehen sein wird.
„Atlantis ist eine Erfindung von Platon, die er in zwei Texten niedergeschrieben hat”, so von Lettow. Auf Basis dieser beiden Texte hat kainkollektiv - so der Name des Regietrios – den Mythos und seine Auswirkungen neu gefasst und erzählt in einem Szenenbogen eine kollektive Reise ins Ungewisse, einen Tauchgang nach Atlantis.
„Wir haben eine Form zwischen Theaterstück und Performance, beziehungsweise Installation gewählt.” Schauspieler, Musiker, eine Tänzerin, ein Sound- und ein Videokünstler begeben sich auf der Bühne als blinde Passagiere auf die Suche. Dabei tauchen Sokrates und Solon ebenso wie Leni Riefenstahl auf, Monster spielen neben den Königen von Atlantis und Star Wars-Regisseur George Lucas hinterlässt ebenso seine Spuren – nicht nur musikalisch ...
Zitiert werden auch Texte von Friedrich Nietzsche, Heiner Müller und Francis Bacon, der mit seinem Werk „Neuatlantis” Atlantis mit Amerika identifiziert. „Es geht dabei letzlich weniger um Utopie, als um eine Kriegskonstellation”, so von Lettow. Am Ende stehe die Frage, wie man zusammenleben kann unter der Wahrnehmung, dass es Krieg gibt. „Genau deshalb muss man sich daran reiben.” gag
„Altneuatlantis”. Eine Inszenierung von kainkollektiv als Koproduktion.
Premiere am heutigen Freitag in Mülheim. Im Schlosstheater Moers am 14. und 16. Januar um 19.30 Uhr, 17. Januar um 18 Uhr.
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