Eine gute Woche für Kamp-Lintfort
29.08.2009 | 07:00 Uhr 2009-08-29T07:00:00+0200Kamp-Lintfort. Die Kamp-Lintforter Niederlassung der Hochschule Regio Rhein-Waal bekommt also einen Neubau auf dem ABC-Gelände. Überrascht hat die Entscheidung niemanden. Zu eindeutig hatten sich diejenigen, die das Wissenschaftsministerium gefragt hatte, für diesen Standort ausgesprochen.
Was wundert, ist allerdings, dass die Diskussion praktisch hinter verschlossenen Türen geführt worden ist. Wollte man verhindern, dass mal jemand nach den Kosten fragt? 195 Millionen Euro stehen für Neubauten in Kleve und Kamp-Lintfort zur Verfügung. Nehmen wir an, ungefähr die Hälfte ist für das ABC-Gelände bestimmt, reden wir noch immer über eine imposante Summe. Die Hellmich-Immobilie wäre mutmaßlich sehr viel günstiger zu haben gewesen. Als Steuerzahler möchte man das wenigstens mal angemerkt haben.
Aber gut, für Kamp-Lintfort und die Hochschule ist die Entscheidung, die FH mitten in die Stadt zu setzen, zweifellos die bessere Variante. Studierende und Lehrende werden Leben (und Geld) in die City bringen und das Stadtbild verändern. Zusammen mit den Plänen gleich nebenan für ein Einkaufszentrum bedeutet dies eine echte Chance für die Innenstadt. Umgekehrt profitiert auch die FH. Der akademische Ruf ist wichtig, aber nicht alles. Eine Hochschule „mitten im Leben” ist attraktiver als auf der grünen Wiese.
Und Marie-Louise Klotz – man nahm ja schon staunend zur Kenntnis, wie die Hochschulpräsidentin im Frühjahr den sicher geglaubten alten Standort verwarf. Die unerschütterliche Zielstrebigkeit, mit der sie die Idee auch durchsetzte, verdient Anerkennung. Für die Hochschule Rhein-Waal ist sie offenbar eine gute Wahl.
12:10
Die die das Wirtschaftsministerium gefragt hatt brauchen diese Fehlentscheidung auch nicht bezahlen. Diese Entscheidung ist eine grandiose Verschwendung von Steuergeldern. Es ist allemal besser eine Uni im Außenbereich zu haben, als alles geballt in der Innenstadt. Aber hier wird der RAG zum wiederholten male Puderzucker eingeblasen. Wer auch sonst als der Steuerzahler soll die Rekultivierung des Zechengeländes mit seinen verseuchte Altlasten bezahlen. Was passiert nun mit dem ehemaligen Siemensgelände? Bauruinen haben wir in Kamp-Lintfort bereits genug und die engstirnigen Politiker fügen immer weitere hinzu.