Eine alte Dame feiert Jubiläum

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Kamp-Lintfort..  Die Sparkasse Kamp-Lintfort kann in diesem Jahr auf eine 150-jährige Geschichte zurückblicken. Dabei hatte es elf Jahre vor der Gründung der Bürgermeistereisparkasse in Camp am 21. Mai 1865 noch nicht danach ausgesehen. Der damalige Bürgermeister Wilhelm Duven hatte die erste Idee einer Gründung verworfen und begründete das so: „... da in den beiden Gemeinden Kamp und Hoerstgen keine Fabrikarbeiter wohnen, die Tagelöhner aber zu wenig verdienen, um nach Bestreiten der notwendigsten Lebensbedürfnisse noch Überschuss zu haben.“

Der erste Taler ging im August 1865 über den Tisch des Rendanten in der Bürgermeisterei, im Oktober wurde das erste Darlehen über 100 Taler genehmigt. Das erste Geschäftsjahr schloss mit 24 Sparbüchern mit einer Gesamteinlage von 1 352 Talern und 28 Silbergroschen.

Mit den Anfängen des Bergbaus um 1906 und der Inbetriebnahme von Friedrich-Heinrich 1912 zogen auch die Geschäfte der Sparkasse an. Die Bank zog auf den Kirchweg. Keine drei Jahre später war wieder Kisten packen angesagt: Es ging in ein größeres Gebäude auf der Ecke Moerser Straße / Kamperdickstaße.

Die Großgemeinde Kamp-Lintfort entstand 1934 durch die Zusammenfassung von Kamp, Hoerstgen, Kamperbrück, Lintfort, Rossenray, Kamperbruch und Saalhoff. Folgerichtig wurde die Gemeindesparkasse Kamp-Lintfort gegründet. Damit verbunden war ein erneuter Umzug, bei der die Zentrale der Sparkasse zwar an selber Straßenkreuzung blieb, jedoch in ein größeres Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite umsiedelte. Mit Unterbrechung sollte das die Heimat bis 1968 bleiben, im Mai 1944 wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff völlig zerstört. Die Tresoranlagen waren das einzige, was erhalten blieb. Also ging es übergangsweise in das heile gebliebene Haus gegenüber. 1951 war Wiedereröffnung und die Einrichtung ging mit dem technologischen Fortschritt. So berichteten die Lokalzeitungen damals: „Neu für den Kreis Moers ist das System des Transportbandes, womit Buchungsvorgänge von den einzelnen Schaltern mit elektrischer Energie zu den beiden Kassen befördert werden.“

1965 führte die Zeche Friedrich-Heinrich die bargeldlose Lohnzahlung ein. Dies führte am 23. März 1965 zu einem Großandrang. Daraufhin wurde kurzerhand eine Wohnung in der ersten Etage zu einem Kundenraum umgebaut.

Am 21. Oktober 1968 war der Neubau am Wilhelmplatz fertig. Der Flachbau ist bis heute der größte Standort in Kamp-Lintfort. Die EDV hielt 1975 Einzug, da ging der Sparverkehr erstmals „online“. Für damalige Verhältnisse revolutionär bedeutete „online“ lediglich das Bestehen einer Verbindung zwischen dem Eingabegerät vor Ort und dem Großrechner in Düsseldorf.

Veränderte Kundenanforderungen sorgten für einen Umbau der Hauptstelle 1982. Diskretion stand im Mittelpunkt, so dass der lange Tresen neuen Betreuungsgruppen mit Sichtschutz weichen musste. Der technisch moderne Standard zeigte sich in der Installation eines Kontoauszugdruckers, die Bargeldverfügung an den Kassen war mittels Karte erstmals möglich. Ein erster Geldautomat folgte 1984.

Seit der Fusion 2003 sind die Kamp-Lintforter Teil der Sparkasse Duisburg – und damit auch Nutznießer der Sparkasse-Duisburg-Stiftung. Ausschließlich für das Fördergebiet Kamp-Lintfort wurde darüber hinaus die Stiftung „Kinder und Jugend in Kamp-Lintfort“ ins Leben gerufen. Das Stiftungskapital umfasst rund 1,8 Millionen Euro. Da hat sich seit Bürgermeister Duvens Zeiten doch eine Menge geändert in der Stadt.