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Ein Vorgeschmack auf 2010

01.01.2010 | 11:41 Uhr

Moers. Für Moers war es ein Jahr des Umbruchs. Ob's auch Aufbruch bringt, zeigt 2010. Viele Weichen wurden gestellt, vor allem Bürgermeister Norbert Ballhaus ist unter Zugzwang. Er muss beweisen, dass er das Wähler-Vertrauen verdient.

Für Moers war es ein Jahr des Umbruchs. Ob's auch Aufbruch bringt, zeigt 2010. Viele Weichen wurden gestellt, vor allem Bürgermeister Norbert Ballhaus ist unter Zugzwang. Er muss beweisen, dass er das Wähler-Vertrauen verdient. In der Haushaltskrise braucht Moers einen starken Kapitän – kein Werkzeug einer Ampel, die den Tauglichkeitsbeweis einer funktionierenden Kooperation erst noch erbringen muss.

Ballhaus hat's selbst in der Hand. Aktionen wie die verschleppte Beantwortung der FBG-Fragen zum Sportzentrum-Abriss im Frühjahr oder der Langzeit-Mietvertrag für Dr. Z am Kö zeugen von einem gewissen Gespür für Fettnäpfchen. Trotzdem gewann der Mann an Profil. Sein öffentlicher Spar-Streit mit der Kooperation, gar mit dem eigenen SPD-Fraktionsvorsitzenden, mochte inszeniert wirken, aber er brachte Ballhaus in Position. Die gilt's zu halten, will er glaubwürdig bleiben.

Die Bilanz 2009 ist geprägt von Fortschritt und Stillstand. Das Bollwerk ist fertig, das Bahnhofsumfeld wird richtig schön, die Entscheidung für ein modernes Rathaus plus Bildungszentrum ist gut, die Sanierung der Schulen sollte NRW-weit Schule machen.

Dagegen steht das leere Horten-Gebäude, für das nun sogar ein Makler Mieter sucht. Solimare 2.0 ist eine planungsintensive Totgeburt und dass es wieder Schwimmen in Rheinkamp geben wird, darf trotz aller Beteuerungen bezweifelt werden. Möglich, dass die Traglufthalle zur Dauerlösung wird. Eigentlich genug Baustellen, auch ohne das Einkaufszentrum am Kö. Scheitert das Projekt an der – teils hausgemachten – Eigentümerproblematik, bleiben auch Minimal-Verschönerungen am Kö fromme Wünsche. Gab's da nicht mal einen Masterplan?

Was überdauert noch die Jahreswende? Das unsaubere SPD-Geschacher um die Nachfolge von Elke Talhorst im Landtag: Kandidat Yetim steht ein schwerer Wahlkampf bevor. Eine desolate CDU nach dem Wahldebakel: Die neue Truppe muss sich finden, um eine wertvolle Opposition zu sein. Eine erstarkte FDP: Die Ampel steht oft auf Gelb. Ein Schuldezernent im Streit mit seinen Schulen: Hans-Gerd Rötters muss Transparenz und Kommunikation gewährleisten anstatt sich in Düsseldorf über die aufmüpfigen Schulleiter zu beschweren.

Liebe Leserinnen und Leser, wir bleiben für Sie dran!

Michael Passon

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