Ein solider Stadtrundgang durch Neukirchen-Vluyn

Gut 250 Gäste kamen zum Neujahrsempfang in die Kulturhalle.
Gut 250 Gäste kamen zum Neujahrsempfang in die Kulturhalle.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Bürgermeister Harald Lenßen verzichtete beim Neujahrsempfang der CDU auf Übertreibungen und wird bestimmt wieder Kandidat . Nur sagen durfte es noch niemand.

Neukirchen-Vluyn..  Harald Lenßen hat die Katze nicht aus dem Sack gelassen, aber schon mal verraten, in welche Richtung sie laufen soll. „Meine Arbeitsweise ist und bleibt eine solide und seriöse Arbeitsweise.“ Heißt: Klar setzt die CDU weiterhin auf ihren Amtsinhaber, wenn der erste Bürger von Neukirchen-Vluyn am 13. September neu gewählt werden soll. Offiziell auf die Reise geschickt wird diese Info aller Voraussicht nach heute Abend von der Partei selbst. Da kam der traditionelle Neujahrsempfang der CDU am Sonntag einfach eine Woche zu früh. Etwa 250 Menschen füllten eine schön gestaltete Kulturhalle, darunter viele Vertreter von Vereinen und Organisationen. Hauptthema: das so wichtige Ehrenamt, über dessen Entwicklung Dagmar Kullmann vom Landessportbund einen Vortrag hielt.

Fortschritte sind sichtbar

Im Fokus standen allerdings der alte und ziemlich sicher auch neue Bürgermeister-Kandidat und seine Antrittsrede im Wahljahr. Ein großer Rhetoriker war Lenßen noch nie, und so fiel auch seine Rede mit hölzernen Formulierungen wie „die sehr geglückte Wiederinbetriebnahme des Erdgeschosses der Kulturhalle“ aus, wie er seine Arbeitsweise beschreibt: seriös und solide. Dafür wirkt Lenßen authentisch. Er nahm die Gäste auf einen „kleinen Stadtspaziergang“ mit, der die Errungenschaften seiner Amtszeit und der CDU-Politik in 2014 herausstellte. Lenßen verzichtete, das war wohltuend, auf unrealistische Übertreibungen. „Ein Meisterjahr“, wie es CDU-Fraktionschef Markus Nacke noch vor einigen Tagen im NRZ-Interview propagierte, vermochte Lenßen nicht zu sehen, doch aber Fortschritte, die bei allen kaum zu verschweigenden Schwierigkeiten offensichtlich sind. Die Nahversorgung im Dorf gehört dazu, der Niederberg-Boom, der Sanierungsstart am Stursberg-Gymnasium sowie die Planung Gesamtschule oder der Vluyner Platz. Auch die Versteigerung der Nau-Bauten stimmten Lenßen optimistisch. Leider vergaß er, die neueste Entwicklung mit Massenkündigungen von Mietverträgen einzubinden.

Harald Lenßen will 2015 den Fokus auf die Kanalsanierungen legen, oder die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses Neukirchen. Und er wünscht sich eine ehrliche und warme Willkommenskultur für Flüchtlinge in Neukirchen-Vluyn. Sicher mit einem Bürgermeister Lenßen.