Ein Lebensabend im Moerser Seniorenstift Bethanien

Umzug gewagt: Willi Ross (91) und Helene Gwosdek (89) zogen in das komplett renovierte Seniorenstift Bethanien in Moers. Die Orla-Orgel (rechts) kam natürlich mit ins neue Zimmer.
Umzug gewagt: Willi Ross (91) und Helene Gwosdek (89) zogen in das komplett renovierte Seniorenstift Bethanien in Moers. Die Orla-Orgel (rechts) kam natürlich mit ins neue Zimmer.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Nach zweijähriger Sanierung wurde die Einrichtung im Mai 2014 fertiggestellt und schnell ausgebucht. Willi Ross und Helene Gwosdek sind mit ihrem Umzug zufrieden.

Moers..  Guten Tag, die neuen Nachbarn sind da: Willi Ross und Helene Gwosdek haben den Umzug in das Seniorenstift Bethanien geschafft. Sie gehörten zu den ersten Neueinzügen in der wiedereröffneten Einrichtung des Heims nach zweijährigen Sanierungsarbeiten. „Wir sind aus einer Senioreinrichtung aus der Nähe von Moers hierhin umgezogen. Dort hat es uns überhaupt nicht gefallen. Es wurde dort kaum Freizeitprogramm für die Bewohner angeboten. Auch deswegen wollten wir weg. Wir wollen doch noch was erleben“, begründet der 91-jährige Ross aus Orsoy die Entscheidung, die er mit seiner 89-jährigen Lebensgefährtin Helene Gwosdek aus Duisburg gemeinsam traf. „Hier in Bethanien gibt es das Team vom Sozialen Dienst, der das Freizeitprogramm für uns organisiert. In dem Heim, in dem wir bislang wohnten, war das nur eine einzige Person.“

In Bethanien hat das Paar sich für benachbarte Einzelzimmer entschieden. Genug Nähe, aber auch die Möglichkeit, sich bei Bedarf zurückzuziehen. Die Entscheidung für den Umzug sei genau richtig gewesen, betonen beide. „Das Personal hier ist nett und aufmerksam. Wir haben alles, was wir brauchen“, sagt Helene Gwosdek. Wie sie auf Bethanien kamen? „Wir haben eine Bekannte besucht, die hier wohnte. Das Haus hat uns gleich gut gefallen“, berichtet Willi Ross. „Auf dem Amt hat man uns außerdem die Auskunft gegeben, dass das Seniorenstift in Sachen Qualität zu den besten Senioreneinrichtungen im Kreis Wesel gehört.“ Die Qualität der Versorgung sei ein wichtiger Grund für die Entscheidung gewesen.

Das ehemalige Altenkrankenheim Bethanien war nach zweijährige Grundsanierung im Mai als Seniorenstift Bethanien wiedereröffnet worden und hat sich für Heimleiter Ingo Ludwig zur Erfolgsstory entwickelt. „Mit so viel Zuspruch hätten wir nicht gerechnet. Das Interesse war ausgesprochen groß. Bei uns standen tagelang die Telefone nicht still.“

Die neuen Einzelzimmer seien inzwischen komplett vergeben. Chancen auf ein Zimmer gibt es dennoch über eine Warteliste. Doppelzimmer sind hingegen ohne Wartezeit zu haben. „Die wenigen noch verfügbaren Doppelzimmer sind vor allem bei Ehepaaren begehrt, die einen engen Kontakt zueinander im Alltag wünschen“, sagt Ludwig.

Abwechslungsreiche Tage

Für das in benachbarten Zimmern lebende Paar Ross/Gwosdek sind die Tage jetzt jedenfalls wieder gut ausgefüllt: Gemeinsames Singen, Kaffeeklatsch, Gruppenausflüge in die Umgebung, Bewohnerstammtisch oder Dämmerschoppen - von gähnender Langeweile sind die neuen Bethanien-Bewohner nicht mehr geplagt.

Und während Helene Gwosdek jetzt täglich sogar die Polnischkenntnisse ihrer Kindheit in Oberschlesien mit der aus Polen nach Deutschland gekommenen Pflegeschwester auffrischen kann, sorgt Willi Ross für musikalische Abwechslung an seiner italienischen Orla-Orgel. Die ist selbstverständlich mit in das Seniorenstift eingezogen und das sei für das Haus überhaupt kein Problem gewesen – im Gegenteil. So kommt der gesamte Wohnbereich nun regelmäßig in den Genuss der Werke von Verdi, Bach und Puccini. Beschwerden wegen Lärmbelästigung gibt es keine. „Die Nachbarn möchten immer, dass ich beim Spielen die Zimmertür auflasse, damit sie mein kleines Hauskonzert mithören können.“