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Jugendszene

Ein Jahr Bollwerk: Da ist Musik drin

22.11.2010 | 18:26 Uhr
Ein Jahr Bollwerk: Da ist Musik drin

Moers.Der Pizzafahrer kennt den Weg, sogar am Duisburger Hauptbahnhof kann man sagen: „Ich möchte zum Bollwerk“ und kommt an. Ebenso den Leuten vom Landesjugendamt, die sich jüngst in all den abgesperrten Straßen rund um den Bahnhof verfranst hatten, konnten Jugendliche helfen: „Präzise Wegbeschreibungen sogar unter Berücksichtigung der Baustellen“, lacht Boris Graue, der im Jugend- und Kulturzentrum für die Musik zuständig ist. Nach einem Jahr hat es sich herumgesprochen, dass die Volksschule am Südring dicht ist, und dass die jungen Leute am ehemaligen Güterbahnhof ein Haus haben, um das sie viele junge Leute aus anderen Städten beneiden dürften. Mit Probenräumen, Ton-Studio, großem Veranstaltungsraum, Kneipe und die nächsten Nachbarn weit genug weg, um auch mal Krach machen zu können.

Glück gehabt, kann man da nur sagen. Denn hätten die politischen Beschlüsse für dieses neue Zentrum ein paar Monate später angestanden – sie wären wahrscheinlich der Finanzkrise zum Opfer gefallen. So aber konnte das Team der ehemaligen Volksschule aus der Punk- und Schmuddelecke heraus. „Wir haben ja auch alles mitgenommen, was ging an Veranstaltungen“, erklärt sich die Geschäftsführerin Wenke Seidel den guten Bekanntheitsgrad nach nur einem Jahr.

Offizieller Empfang
mit Häppchen und Sekt

Grund genug also zum Feiern für die Truppe mit dem sperrigen Namen „Verein zur Förderung der Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Wesel“. Am Freitag, 26. November, ab 16 Uhr geht es los. Zunächst mit einem offiziellen Empfang, der aber bestimmt nicht spaßfrei sein wird. Schließlich moderiert der Entertainer Helmut Sanftenschneider. Und „Das Ding“, junge und frische Sieger beim Band Contest vor einigen Monaten, werden musikalisch begleiten. Wer das Bollwerk doch nicht kennen sollte: ein paar Videos und Fotos geben einen ersten Einblick.

Danach gibt es das, was man vom Bollwerk erwarten kann: ordentlich was auf die Ohren. Boris Graue hat sich in der Nachbarschaft umgeschaut und locker neun Bands verpflichten können: „So einen Geburtstag feiert man schließlich mit Freunden und nicht mit Fremden.“ Mit dabei sind unter anderem Bands, die beim Contest erfolgreich waren wie Mud Guard, Macaba, Bollix und In A Flash. Was Alter und Stilrichtungen der Bands angeht, ist alles drin: Zwischen 13 und 40 Jahre alt sind die Musiker, Rock Punk, Indiepop – warum festlegen?

Im Gastrobereich steigt noch ein „Nonstop Battel Floor“, zu deutsch: Leute mit Plattenspielern legen ohne festgelegte Reihenfolge nacheinander, manchmal auch miteinander auf, oder bringen per Notebook eine ganze Band in die Lautsprecher. Bis „zwei, drei Uhr wird es bestimmt gehen“, glaubt Boris Graue. Gut, dass die Taxifahrer den Weg kennen.

Karen Kliem

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Kommentare
22.11.2010
22:38
Ein Jahr Bollwerk: Da ist Musik drin
von MeinMoers | #1

Boris, das geht länger. Ich schätze auf hmm, sagen wir mal 5-6 Uhr? ;)

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