Ein ganz großes Herz für die Jugend
10.12.2007 | 23:45 Uhr 2007-12-10T23:45:30+0100EHRENAMT. Erfahrene Kräfte unterstützen Azubis im Jugendorf. Dr. Richard Weber ist einer der Mentoren, und er ist begeistert.
MOERS. "Das ist eine hervorragende Ausbildungsstätte hier, und Christian ist ein toller Partner", freut sich Dr. Richard A. Weber (73). Der ehemalige Stahl-Manager und Ex-Geschäftsführer der Studiengesellschaft Stahlanwendung ist Mentor und vom Können und vom Willen von Christan Scholz (20) überzeugt, der im Berufsbildungswerk (BBW) des Christlichen Jugenddorfs (CJD) Moers eine zweijährige Metallfachausbildung macht.
Dr. Richard A. Weber ist einer von derzeit knapp 20 Freiwilligen, die sich vom CJD-Urgestein Herbert Hingsen (61) motivieren ließen, beim Programm "Mentorin im Ehrenamt" im CJD jungen Leute unter die Arme zu greifen, damit sie in ein selbst bestimmtes Leben starten können. Berufs- und Lebenserfahrung, Zeit, ein Herz für die Jugend und gute soziale Kontakte seien die Kriterien für die Mentoren, so Hingsen. So hat er eine bunt gemischte und engagierte Runde um sich versammelt, vom sozial engagierten Bürger über einen Pastor bis zum ehemaligen Sprecher des Vorstands der Blohm + Voss Werft in Hamburg. Hingsen: "Das Herz für die Aufgabe zählt, nicht der Titel, den jemand führt." Hingsens Ziel für die nahe Zukunft: "Es sollten noch viel mehr Mentoren werden."
Nicht zufällig nenne er Christian "Partner", unterstreicht die ehemalige Führungskraft Weber nach fünf Begegnungen mit dem jungen Mann, von dessen menschlichen und fachlichen Qualitäten er mittlerweile überzeugt sei. "Der Christian weiß, was er will. Weber legt den Arm auf die Schulter seines jungen Partners, und bestärkt den jungen Mann, "eine Sache nach der anderen zu machen". Per E-Mail bleibt Mentor Weber mit Christian unkompliziert und regelmäßig in Kontakt.
Mit Führerschein-Sponsoren richtig Fahrt aufnehmen Er habe zu seiner großen Freude, so Weber, feststellen können, dass die jungen Menschen in den Ausbildungswerkstätten des Jugenddorfs weit mehr könnten, als ihnen oftmals von der Außenwelt zugetraut werde. Hier werde solide ausgebildet und man treffe auf viele motivierte Jugendliche.
Wenn es für Christian um die Jobsuche nach der Ausbildung geht, dann möchte Weber potenzielle Arbeitgeber in das CJD nach Moers lotsen, um sie von der guten Arbeit vor Ort überzeugen zu können. Weber: "So wie Christian haben hier viele junge Frauen und Männer Tugenden wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, die im Berufsleben eine ganz wichtige Rolle spielen." Das seien heute auch wichtige Schlüsselqualifikationen für viele Berufe.
Starthilfe sei ganz wichtig, so Weber - und wird sofort praktisch: Es sei wünschenswert, wenn Sponsoren dabei hülfen, dass Ausgebildete aus dem CJD ihren Führerschein machen könnten. "Denn gerade im Handwerk finden Kräfte ohne Führerschein kaum eine Anstellung." Es gehe darum, einen Teil der Kosten über Spenden zu finanzieren, einen Teil könne mit CJD-Hilfe geleistet werden, ergänzt Herbert Hingsen.
Christian benötigt übrigens keine Führerschein-Finanzierungshilfe. "Meine Oma, die hat dafür schon Geld zurückgelegt", freut sich der junge Mann. IN 18 BERUFENIm Berufsbildungswerk des Christlichen Jugenddorfs werden 300 junge Behinderte in der beruflichen Qualifikation fit gemacht für Berufe, für Prüfungen und fürs Berufsleben. Ausgebildet wird in 18 Berufen, zum Beispiel in der Schreinerei, in der Kfz-Werkstatt und auch in einem Lebensmittelgeschäft. www.cjd-bbw-niederrhein.de
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