Ein Festival baut Brücken

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Was wir bereits wissen
Die 9. Auflage des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp startet am 2. März

Am Niederrhein..  „Musik hat die Macht, Brücken über Grenzen hinweg zu bauen.“ Für Jeannette von der Leyen, Gesamtleiterin des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp, ist der Leitspruch der neunten Auflage des Festivals immer wieder Motivation: Über 600 Kinder und Jugendliche in drei Städten werden ab dem 2. März mit drei groß angelegten Projekten wieder ganz besondere musikalische Abenteuer erleben und dabei eigene Grenzen überschreiten. „Dabei ging es uns immer auch darum, Kinder zu erreichen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Kinder, die in ihrem Alltag sonst nicht in Berührung mit Musik oder Tanz kommen“, sagt von der Leyen.

Los geht es nächste Woche an der Europaschule in Rheinberg, Hier werden 100 Schüler der Jahrgangsstufe 6 gemeinsam mit vier Dozenten der Hamburger Stahlberg-Stiftung in einer Woche ein komplettes Musical einstudieren. „Unsere Schüler fiebern dem Projekt entgegen, auch wenn sie sich noch gar nicht vorstellen können, wie das funktionieren wird“, sagt Schulleiter Norbert Giesen.

Zum ersten Mal am Niederrhein kommen am 12. März knapp 400 Neukirchen-Vluyner Grundschüler in den Genuss eines ganz speziellen Mitmachkonzertes: Alexander Hülshoff, künstlerischer Leiter des großen Festivalbruders, dem Kammermusikfestival Kloster Kamp, lässt sein Cello sprechen: In „Ein Cello erzählt aus seinem Leben“ begeben sich die Kinder gemeinsam mit Hülshoff, Schauspielerin Ilona Schulz und Hülshoffs’ Cello – ein 1691 von Giovanni Grancino gebautes Instrument – auf eine Reise in die Vergangenheit. „Ich habe dieses Cello seit 1995. Für uns Musiker ist so ein Instrument ein bisschen wie ein Lebenspartner, jemand mit einer eigenen Vorgeschichte“, so Hülshoff. Zwar habe man nicht die komplette Geschichte genau rekonstruieren können, „aber von der Mitte des 19. Jahrhunderst bis heute können wir sie korrekt erzählen.“

Für knapp 100 Kinder der Ebertschule in Kamp-Lintfort steht Mitte März Jazz auf dem Stundenplan: Violonist Jörg Lengersdorf hat sich in diesem Jahr ausgewiesene Experten ins Boot geholt, um die Grundschüler binnen einer Woche musikalisch fit für einen großen Auftritt zu machen: Gemeinsam mit Pianist Kai Schumacher, Saxophonist Eike Sax und Schlagzeuger Peter Härtel haben die Schüler die Chance, neue Seiten an sich zu entdecken. „Eike hat versprochen, dass ein Schüler, der bis dato noch kein Instrument gespielt hat, am Ende mit dem Saxofon auf der Bühne steht“, so Lengersdorf. Nach fünf Jahren Förderung durch das Land steht das Festival nun schon im vierten Jahr finanziell auf eigenen Füßen – unterstützt von den Stadtwerken Kamp-Lintfort, der Volksbank Niederrhein, der Stahlberg-Stiftung und dem Förderverein „Grancino“. Für Jeannette von der Leyen ein weiterer Grund, stolz zu sein. Auch die NRZ ist übrigens wieder mit an Bord – als Medienpartner.