Ein erster Aufschlag der Beteiligung

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Neukirchen-Vluyn..  Im Ortskern Neukirchen soll jetzt etwas passieren. Insofern war es höchste Zeit, mit den Bürgern enger in den Dialog zu treten. Dass das Interesse an den Entwicklungen derzeit groß ist, zeigt die rege Beteiligung an der ersten Informationsveranstaltung zum „Integrierten Handlungskonzept für den Ortskern Neukirchen“ (IHK), zu dem die Stadtverwaltung am Donnerstagabend in den Klingerhuf eingeladen hatte.

Den Abend bestritten im wesentlichen Rainer Kalscheuer und Dominik Erbelding von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK). Und natürlich mussten die Herren ihre Zuhörerschaft erst einmal kennenlernen. Als wenig überraschend stellte sich heraus, dass die meisten Gäste im Geltungsbereich des Konzeptes wohnen oder arbeiten.

Auf die Frage, wie häufig die Anwesenden im Dorf einkaufen gehen, gab es Heiterkeit im Saal, sind doch die Shopping-Möglichkeiten im kleinen Zentrum derzeit etwas eingeschränkt.

Das Problem für die DSK: Die Gesellschaft befindet sich im Spagat. Das machte Rainer Kalscheuer deutlich. Zum einen blicke man zurück auf die Entstehung des Konzeptes und müsse eben dieses gleichzeitig in die Städtebauförderung überführen. Und das vor dem Hintergrund, dass sich die Fristen aufgrund eines Runderlasses des Bundesbauministeriums geändert haben, wie der Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens später erklärte. Nun müssen die Unterlagen im März bewilligungsfähig vorliegen.

Das IHK sieht für den Ortskern von der Finkenstraße im Norden bis zur Niederrheinallee im Süden mehrere Projektbausteine vor. Dabei geht es um weit mehr als „nur“ die Entwicklung der Hochstraße.

Dazu gehört auch die Gestaltung des Grafschafter Platzes, die Aufwertung von Gebäudefassaden, die Gestaltung des Innenbereiches der Mandelstraße, die Entwicklung des Geländes des Erziehungsvereins sowie des Vorplatzes oder die Einbindung von Spielplatzflächen.

In diesem mehrjährigen Prozess ist auch eine aktive Beteiligung der Quartiersbewohner vorgesehen.

Nun war man am Donnerstag noch nicht so weit, Arbeitsgruppen zu gründen. „Das wird aber noch kommen“, kündigte Kalscheuer an. Die DSK wolle mit den Beteiligten Ziele und Maßnahmen diskutieren. Zu diskutieren gab es am Donnerstag unter anderem die Verkehrslenkung, Mitglieder der Bürgerinitiative Alarm Pro Dorf vertraten ihre Ansicht zur Verkehrsberuhigung – und trafen auf Bürger, die genau das für den Tod des Dorfes hielten. Handlungsbedarf sahen die Interessierten bei der Nahversorgung, beim Eingangsbereich zur Hochstraße („Da ist ja die Bruchbude“), bei Leerständen. Es gehe darum, eine gemeinsame Idee für Neukirchen zu entwickeln, hieß es.

Einen großen Raum nahm die Frage nach der Entwicklung im Bereich der ev. Gemeinde ein, hier vermochte ein Mitglied des Presbyteriums für Aufklärung zu sorgen. „Die Gemeindeaktivitäten werden im Dorf zunehmen“, hieß es mit Blick auf die geplanten Bautätigkeiten und die Verlegung des Gemeindezentrums an die Bruchstraße. Verwunderung hatte ausgelöst, dass die Formulierung „Kirchengemeinde“ zuvor nicht gefallen war, das wurde mit Beifall quittiert. Immerhin dürften deren Pläne maßgeblich zur Entwicklung beitragen.

Ferner wurde betont, dass die Fläche am Neukirchener Ring endlich bebaut werden müsse.

Wie Hans-Willi Pergens im Anschluss an die Veranstaltung sagte, wird es mit Blick auf die Kanalsanierung noch Abstimmungen mit der RAG Montan MI geben. Mit den Anliegern der Hochstraße werde es eine eigene Veranstaltung geben. Diese soll noch im ersten Halbjahr dieses Jahres stattfinden.