Ein Bürgermeister zum Anfassen
03.09.2010 | 17:38 Uhr 2010-09-03T17:38:00+0200
Kamp-Lintfort.Viele Bürger gaben Karl Flügel am Freitag bei der offiziellen Trauerfeier in der Kamp-Lintforter Stadthalle die letzte Ehre.
Bergleute, Politiker, viele Vertreter von Vereinen und Gemeinschaften und auch der Imam der türkischen Gemeinde erwiesen Karl Flügel gestern die letzte Ehre. Auf Wunsch der Angehörigen war der kürzlich verstorbene Kamp-Lintforter Ehrenbürgermeister im kleinen Kreis beerdigt worden. Bei der Trauerfeier in der Stadthalle blieb kaum ein Platz frei. Für einen würdigen musikalischen Rahmen sorgten das Streicherensemble des Kammermusikvereins NRW sowie der Knappenchor.
Als Bürgermeister zum Anfassen, den jeder auf dem Markt angesprochen und der für jeden ein gutes Wort und Zeit gehabt habe, würdigte Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt seinen Amtsvorgänger. Aufgesetztes, Gestelztes oder viele große Worte seien Karl Flügel fremd gewesen. Ihn hätten vielmehr Aufrichtigkeit, Direktheit und Tatkraft ausgezeichnet. In seiner Trauerrede erinnerte der Verwaltungschef an wesentliche Stationen des Bergmanns und Politikers, der die Partnerschaft mit Chester-Le-Street mitbegründet und manches für Kamp-Lintfort auch über das Engagement im Kommunalverband Ruhrgebiet erreichen konnte.
Aus der am eigenen Leib erfahrenen wirtschaftlichen Not heraus habe Solidarität für den gebürtigen Essener einen ganz besonderen Stellenwert gehabt. In Kamp-Lintfort habe sich Flügel rasch den lokalen Netzwerken angeschlossen und sei schließlich mit 21 Amtsjahren dienstältester Bürgermeister im Lande gewesen. Landscheidt schilderte seinen zeitweiligen Mentor als Menschen, der sich für die Dinge eingesetzte, von denen er überzeugt gewesen sei. Bei Karl Flügel, der nie über Privates gesprochen habe, hätten sich viel Gespür für die Mitmenschen und ein hohes Maß an Sensibilität unter rauer Schale verborgen. „Sein irdisches Wirken wird lange überdauern.“
0mitdiskutieren