Ein Auftakt in echter Moers Festival-Tradition

Hayden Chisholm eröffnete mit dem Lucerne Jazz Orchestra das 44. Moers Festival.
Hayden Chisholm eröffnete mit dem Lucerne Jazz Orchestra das 44. Moers Festival.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hayden Chisholm eröffnete gestern das viertägige Moerser Pfingstspektakel vor bestens gefüllten Stuhlreihen – anfangs mit nur einem Ton

Moers..  Der Einstieg in das Moers Festival gestern war nicht unbedingt was für die reine Spaßfraktion unter den Besuchern. Hayden Chisholm eröffnete den Abend mit einer eigenen Komposition. Die bestand zunächst aus nur einem einzigen Ton, gespielt von 20 exzellenten Musikern, dem Lucerne Jazz Orchestra. Der Klangteppich, den der Neuseeländer Saxophonist mit seinem zartschmelzenden Ton anschließend nach und nach auslegte, entwickelte sich atmosphärisch sowie mit hör- und erlebbarer Freude am Experiment, bis er sich schließlich in einem Bebop-Part auflöste. Keine ganz leichte Kost, aber eben in echter Moerser Festival-Tradition. Das Publikum applaudierte begeistert. Hayden Chisholm ist auch Improviser in Residence. Noch bis zum Ende des Jahres wird er in Moers als Botschafter für improvisierte Musik fungieren.

Improvisation vor der Halle

Auch „The Nest“ um den Saxophonisten Christoph Clöser, der anschließend die Bühne in der bestens besetzten Festivalhalle betrat, präsentierte eher Kopfbetontes mit elektrischer Unterstützung und Sprechgesang. Auch wenn ein Stück Abdullah Ibrahim gewidmet war und zwischendurch ein durchaus vertrautes „Amore, amore, amore“ erklang. Clöser verabschiedete sich mit :„Es hat großen Spaß gemacht, hier zu spielen – ohne Scheiß“. Auch Saxophonist Colin Stetson umschmuste anschließend beim ersten seiner vier Auftritte in Moers nicht unbedingt die Ohren.

Nicht nur in der Halle ging es improvisiert zu, auch draußen. Wenn schon kein echter Rasen, dann eben ein falscher. Um das Außengelände zu vergrößern, hatten die Veranstalter den alten Tennisteppich, der ja ursprünglich mal in der Halle ausgelegt war, auf dem Parkplatz ausgebreitet.

Die Spaßfraktion kam aber auch noch auf ihre Kosten: The Jones Family Singers rockten die Bühne mit Gospel und Funk.