Durch Tun überzeugen

Kamp-Lintfort..  Im aktuellen Wochenbrief der Pfarrei St. Josef wendet sich auch Pfarrer Karl Rieger mit einem Aufruf an die Gemeinde: „Nach Pegida, Dügida und Kögida wurde auch in Kamp-Lintfort die Frage laut, was wir hier diesen Gruppen entgegensetzen, die vor Überfremdung und Islamisierung des ,christlichen Abendlandes’ warnen. Gerade nach den feigen Anschlägen in Paris und den tagtäglichen Gräueltaten in Syrien, Nigeria und im Jemen schien es angesagt, in die Öffentlichkeit zu gehen. Wir haben dies im Theologenkreis (interreligiöser Arbeitskreis in Kamp-Lintfort) besprochen und sind zu dem Entschluss gekommen, keine öffentliche Demonstration zu veranstalten. Seit mehr als 30 Jahren leben in unserer Stadt die unterschiedlichen Völker, Nationen und Religionen einträchtig und friedlich zusammen. Auch waren wir der Meinung, dass sich Muslime unserer Stadt nicht jedes Mal öffentlich erklären müssen, wenn irgendwo auf der Welt islamistische Terroristen Gewalt und Angst verbreiten. Anstatt eine Demo durch Kamp-Lintfort zu veranstalten, hatten wir uns verabredet, durch unser Tun zu überzeugen und unsere friedliche Grundhaltung und den Respekt vor der jeweils anderen Kultur, Lebensweise und -einstellung durch praktische Taten der Nächstenliebe zu zeigen. Wir alle, Christen, Muslime, Alewiten und Jesiden nehmen uns vor, den mehr als 170 Flüchtlingen und Asylsuchenden hier vor Ort bei ihrer Eingliederung zu helfen, zu unterstützen und ihnen zu ermöglichen, in unserer Stadt schnell Fuß zu fassen, hier heimisch zu werden, die Traumata ablegen zu können, hilfsbereite Mitmenschen zu finden, die ihnen Wohlwollen entgegen bringen.“