Dudana Mazmanishvili: Virtuos am Klavier

Moers..  Im Rahmen des „Klavier-Festival-Ruhr 2015“ war am Mittwochabend im Martinstift Dudana Mazmanishvili zu Gast.

Die 1980 in Tiflis geborene georgische Pianistin erlernte ihr Handwerk in München und New York und gab 2006 ihr Debüt in der Carnegie Hall. Inzwischen zählt sie zu den renommiertesten Künstlerinnen ihres Fachs. Dies bewies sie eindrucksvoll am Mittwoch in Moers. Dabei war der erste Teil des Abends ganz Johannes Brahms gewidmet.

Ruhige Spätwerke

Seine „Drei Intermezzi“ sind im Sommer 1892 in Bad Ischl entstandene, ruhige Spätwerke des Komponisten, die gleichwohl bei der Interpretation großes künstlerisches Einfühlungsvermögen verlangen. Das Gleiche gilt für die anschließenden Variationen und Fuge über ein Thema von Georg Friedrich Händel, wobei Mazmanishvili die vom Komponisten gewollte Stimmung perfekt traf. Nach der Pause standen dann Werke der russischen Pianisten und Komponisten Alexander Skrjabin und Sergej Rachmaninow auf dem Programm. Während Skrjabin nach neuen Klangwelten suchte, gilt Rachmaninow als einer der letzten Romantiker. Bei Skrjabins in den Jahren 1887 und 1895 entstandenen und von Chopin inspirierten Etüden ist davon allerdings noch nichts zu spüren. Rachmaninow-Transkriptionen von Werken der Komponisten Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartoldy , Fritz Kreisler und Nikolai Rimsky-Korsakow folgten.

Musikalischer Leckerbissen

Wobei sich neben dem „Hummelflug“ das Scherzo aus „Ein Sommernachtstraum“ als besonderer musikalischer Leckerbissen erwies. Den Abschluss des Konzerts bildeten 20 Variationen über ein Thema von Corelli, Rachmaninows letzte, 1931 entstandene, Originalkomposition für Soloklavier. Eine Aufgabe, die Mazmanishvili spielerisch wie dramatisch ebenso beeindruckend meisterte. Trotz 90 Minuten Schwerstarbeit am Klavier bedankte sie sich beim stürmisch applaudierenden Publikum noch mit drei außergewöhnlichen Zugaben. Ein Abend, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird.