Dschungel: Die Durststrecke geht weiter

Peter Eicks hofft, dass er den Dschungel in Scherpenberg im Sommer wieder öffnen kann.
Peter Eicks hofft, dass er den Dschungel in Scherpenberg im Sommer wieder öffnen kann.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Brand kann die Szenekneipe immer noch nicht öffnen. Jetzt ist zusätzlicher Schallschutz nötig. Im Sommer können die Gäste in ihr „Wohnzimmer“ zurück.

Moers.. Mehr als eineinhalb Jahre sind seit dem verheerenden Brand in dem Gebäude an der Victoriastraße vergangen. Seitdem ist eine der beliebtesten Moerser Kneipen, der Dschungel, geschlossen, und entgegen allen Hoffnungen ist ein Ende der Durststrecke für Wirte und Gäste noch immer nicht in Sicht.

Am 11. Juni 2013 brach im Dachgeschoss des „Dschungel-Hauses“ ein Feuer aus, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Die Kneipe im Erdgeschoss wurde nicht durch Flammen, sondern durch das Löschwasser so beschädigt, dass sie im 30. Jahr ihres Bestehens geschlossen werden musste. Die Komplettsanierung hat zwar bald danach begonnen und die Wirte Peter Eicks und Dennis Pfennigsdorf rechneten eigentlich gegen Ende vergangenen Jahres mit der Wiedereröffnung. „Aber die Brand- und Schallschutzbestimmungen stellen den Hauseigentümer und den Projektplaner immer wieder vor neue und nicht vorgesehene Herausforderungen“, berichtet Peter Eicks. Ganz aktuell hat es eine Schallschutzprüfung gegeben. Ergebnis: Die Wände im Veranstaltungsraum müssen zusätzlich isoliert werden. Die Wiedereröffnung des Dschungel verschiebt sich also erneut. Einen Termin trauen sich Eicks und Pfennigsdorf nicht zu nennen: „Frühestens im Sommer ist es soweit“, sagen sie.

Die Einrichtung haben die beiden weitgehend retten können, so dass die Gäste ihr Scherpenberger „Wohnzimmer“ wiedererkennen werden. Allerdings werden sie auf eine neue Theke stoßen: „Die alte stammt von 1955 und hat ihre besten Zeiten hinter sich“, so Peter Eicks, der im Übrigen verspricht, dass sich am Programm nichts ändern wird: „Dschungelparty, -Quiz, Karaoke und Livemusik werden regelmäßig stattfinden. Und der alte Billardtisch bekommt seinen bekannten Platz zurück.“

Eicks und Pfennigsdorf lassen keinen Zweifel daran, dass die Dauerschließung für sie „Horrortrip und Zerreißprobe ohnegleichen“ ist. Was sie andererseits rührt und ihnen Hoffnung macht, ist die Verbundenheit, die ihre Gäste zum Ausdruck bringen: „Ich werde überall gefragt, wann wir öffnen. Auch bei unserer Weihnachtsparty im Bollwerk sind jede Menge Stammgäste gewesen“, freut sich Peter Eicks. „Alle wollen den Dschungel zurück. Bei dem ganzen Mist tut es gut, das zu hören.“