Dörpfeldschule wird zum Flüchtlingsheim

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Foto: Gisela Weißkopf /WAZFotopool
Was wir bereits wissen
Stadt Neukirchen-Vluyn baut die leer stehende Immobilie bis Ende März um. Sie soll Platz für 80 Menschen bieten. Turnhallenbetrieb ist davon nicht betroffen.

Neukirchen-Vluyn..  Die Dörpfeldschule wird zur Flüchtlingsunterkunft. Schon bis Ende März soll das seit zwei Jahren leer stehende Schulgebäude umgebaut und soweit hergerichtet sein, dass es 80 Bewohner aufnehmen kann. Der Haupt- und Finanzausschuss des Rates segnete diesen Vorschlag der Verwaltung am Donnerstagabend einstimmig ab. Die Turnhalle ist von den Plänen nicht betroffen und kann weiter für Schul- und Vereinssport genutzt werden.

Wie Kämmerer Jörg Geulmann berichtete, leben derzeit 132 Asylsuchende in städtischen Unterkünften, deren Kapazität damit fast erschöpft ist. Gleichzeitig geht die Stadt davon aus, dass sie in diesem Jahr rund 100 zusätzliche Plätze bereithalten muss. In den Folgejahren erwartet man weiter steigende Flüchtlingszahlen.

Im Erd- und im ersten Obergeschoss der Dörpfeldschule sollen Küchen sowie Wohn- und Aufenthaltsräume errichtet werden. Duschen und Toiletten will die Stadt in Containern auf dem Schulhof unterbringen. Kleinere, nach Geschlechtern getrennte Toiletten soll es auch im Gebäude geben, damit die Bewohner bei Bedarf nachts nicht nach draußen müssen. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf maximal 750 000 Euro.

Bürgermeister Harald Lenßen sagte, es gehe darum, menschenwürdige Unterkünfte zu akzeptablen Bedingungen zu schaffen. Zelte und Klein-Container scheiden damit aus. Größere Container seien deutlich teurer als die jetzige Lösung, hieß es. Dasselbe gelte für die nicht mehr bewohnbaren städtischen Immobilien an der Drüenstraße und am Hugen-graben. Sie abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, würde 1,7 beziehungsweise 1,9 Millionen Euro kosten.

CJD-Internat im Blick

Für die Dörpfeldschule sprechen zwei weitere Punkte: Zum einen liegt sie nicht weit von der Unterkunft „Am Hugengraben“. Dort residiert bereits eine Flüchtlings-Beratung der Diakonie. Darüber hinaus ist die Schule schnell verfügbar. In den kommenden Jahren werde man weitere Unterkünfte benötigen, kündigte Kämmerer Geulmann an. Im Blickfeld befindet sich auch das leer stehende Internat an der Wiesfurthstraße. Mit dem Eigentümer, dem CJD, will man über einen Kauf oder eine Anmietung sprechen.