Dörpfeldschule in Neukirchen-Vluyn wird aufgemöbelt

Die Ausschussmitglieder informierten sich über die Umbaupläne.
Die Ausschussmitglieder informierten sich über die Umbaupläne.
Foto: Siegfried Wensierski
Was wir bereits wissen
Bis April sollen die Räume für die Flüchtlinge fertiggestellt sein. Trotzdem gibt es weiteren Bedarf an Wohnraum, bekundet die Stadt.

Neukirchen-Vluyn..  Die Wände in den Klassenräumen sind hellblau und gelb gestrichen. In den Ecken hängen noch alte Waschbecken. Es liegt dieser typische Grundschulgeruch in den Luft, wie man ihn aus längst vergangenen Kindertagen kennt. Ein seltsames Gemisch aus Bohnerwachs, Staub und Schweiß.

Das wird sich ändern, sobald die ersten Handwerker kommen, um aus der alten Dörpfeldschule eine Flüchtlingsunterkunft zu machen. Im April soll alles fertig sein, dann sollen 80 Menschen in den Räumen eine vorübergehende Bleibe finden.

Am vergangenen Mittwoch haben sich die Mitglieder des Sozialausschusses einen Überblick über den Zustand der Immobilie an der Jahnstraße gemacht. Christoph Borth vom Hochbauamt und Martina Schönfeld aus dem Sozialamt begleiteten die Politiker und erläuterten ihnen die nächsten Schritte.

Besonders schön: der achteckige Fliesenboden, der im Erdgeschoss ausgelegt ist und nach Stadtangaben auch verbleiben soll. Der zweite Rettungsweg soll in den hinteren Teil des Gebäudes gelegt werden.

Die Gemeinschaftsküchen, die im Erdgeschoss und in der ersten Etage ursprünglich für den vorderen Raum geplant waren, können eventuell auch in einen Raum in der Mitte der Flure verlegt werden, so dass die Wege von allen Seiten die gleichen sind. In dieser Frage gibt es offenkundig eine gewisse Flexibilität.

Und auch mit Blick auf die Sanitär-Container, die auf dem Schulhof platziert werden, gab es Nachfragen. Die Wegeführung kann optimiert werden.

Aus jeweils einem Klassenraum sollen drei kleine Zimmer gemacht werden. Die Glasfront vor dem Hausmeister-Kabuff im Erdgeschoss wird weichen, dort sollen die WC-Anlagen für diesen Flur installiert werden.

Es gibt noch eine Menge Arbeit. Und das vor dem Hintergrund des Problems, das der Beigeordnete Jörg Geulmann in der anschließenden Sitzung des Sozialausschusses skizzierte. Demnach sind die Flüchtlingszahlen so stark angestiegen, dass die Stadt auch vor Fertigstellung der Dörpfeldschule Bedarf habe, weitere Unterkünfte anzumieten. Geulmann: „Wir sind noch mit dem CJD im Gespräch.“

Zudem erläuterte der Beigeordnete, auf welche Probleme selbst die Stadt auf dem freien Wohnungsmarkt stößt. Geulmann: „Es sind die wenigsten, die bereit sind, an Flüchtlinge zu vermieten.“

Nach ausführlicher Diskussion brachte die Politik das Konzept zur Unterbringung und Betreuung ausländischer Flüchtlinge, an dem es durchaus Kritik gab, auf den Weg, um keine Zeit zu verlieren. Besonders wichtig: die personelle Ausstattung des Treff 55. Symptomatisch die Aussage von Anneke van der Veen: „Wir sind am Anschlag.“