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Dieser Polizist ist Pirat

11.04.2012 | 10:00 Uhr
Dieser Polizist ist Pirat
Polizeioberkommissar Sebastian Nitz ist ein Pirat. Und seine Stammkneipe ist das Punto in Rheinberg. Foto: Ulla Michels

Kamp-Lintfort.   Sebastian Nitz kandidiert für den Landtag und kickte einst für den „glorreichen SV Millingen“

Er hat’s schon mal in einer anderen Partei probiert, aber der sprichwörtliche Parteiklüngel war nichts für ihn: Polizeioberkommissar Se­bastian Nitz ist es gewohnt, Probleme direkt anzugehen. Sei es heute im Job oder früher auf dem Platz, als er Libero und Mannschaftskapitän war, als gebürtiger Rheinberger natürlich beim SV Budberg – und beim „glorreichen SV Millingen“, darauf legt er Wert. Heute kandidiert der 36-jährige als Pirat für die Landtagswahl.

Geboren in Rheinberg, aufgewachsen in Rheinberg – man ahnt es: in Budberg und Millingen – kam Sebastian Nitz eher zufällig zu seinem Job. „Mein Vater war im Justizvollzugsdienst, ich wollte auch da rein“, erzählt er. Er bewarb sich bei der Justiz und vorsichtshalber auch bei der Polizei – und die war schneller. 1995 begann er seine Ausbildung, seit 1998 ist er Polizist, seit 2003 auf der Wache in Kamp-Lintfort. Nitz über seinen Job: „Der Beruf an sich ist ein ganz tolles Dingen.“

Kleines Bauernhaus mit viel Platz drumherum

Mit seiner Familie – Ehefrau und zwei Kinder – wohnt er in Alpen typisch niederrheinisch in einem kleinen Bauernhäuschen mit viel Land drumherum. Da ist Platz für die Kinder, einen Stubentiger, drei Kaninchen und „eine ganze Horde Gastschafe“.

Gastschafe? Nun, die gehören einem guten Freund, „und ich hab’ eine große Wiese.“ Er weiß den Niederrhein zu schätzen: „Das ist mir ganz wichtig, dass die Kinder die Tiere nicht nur aus dem Buch kennen.“ Früher aktiver Reiter, besucht er heute noch alte Bekannte auf einem Bauernhof. Seine Tochter, noch keine zwei Jahre alt, sitzt schon auf dem Pony, und der vierjährige Sohn am liebsten auf dem Trecker. Wachdienstleiter Sebastian Nitz kennt den Niederrhein, am besten allerdings Kamp-Lintfort; kein Wunder bei seinem Beruf.

„Ich habe von den Kollegen schon erstaunte Meldungen gekriegt: Wie, du bist bei den Piraten?“ Und natürlich kamen auch die passenden Sprüche: Wo ist denn deine Augenklappe? Oder: Hast du heute dein Holzbein vergessen? Die üblichen Frotzeleien eben. Aber unterstützt haben sie ihn doch, zum Beispiel, als er 100 Unterschriften zusammenkriegen musste, um überhaupt kandidieren zu können.

Sebastian Nitz steht nicht auf einer Landesliste, sondern tritt als Direktkandidat für Kamp-Lintfort an. Warum ausgerechnet für die Piraten? „Ich will als Bürger mal was verändern.“ Zu oft hat er den Eindruck, dass in der Politik genau das Gegenteil von dem entschieden wird, was eigentlich notwendig ist. Der Libero stellt sich zur Wahl – und hofft auf die Stimmen derer, die so denken wie er.

Harry Seelhoff



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