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Die „Szene“ ist im Visier

09.11.2010 | 18:37 Uhr
Die „Szene“ ist im Visier

Moers.Eine gewisse Hilflosigkeit war zu spüren, als im Kriminalpräventiven Rat (KPR) der einzige Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde: die Drogen- und Alkoholszene am Vinzenzpark.

Zu Beginn erklärte KPR-Vorsitzender und Bürgermeister Norbert Ballhaus: „Man muss behutsam mit dem Thema umgehen.“

Dass es sich um ein sehr vielschichtiges Thema handelt, zeigten schon die Sachstandsberichte von Polizei und Drogenberatung. Hatte der Bürgermeister in seinen einleitenden Worten die wiederholte Zerstörung der Bahnhofstoilette und die Umfeldverbesserung in den Focus gerückt, so versuchte Norbert Hohmann, Leiter der Polizeihauptwache, einen Überblick über die Nichtsesshaften- und die Drogenszene sowohl am Bahnhof als auch am Kö zu geben.

Reinhard Fiest von der Drogenhilfe der Diakonie sieht drei Szenen, die sich am Bahnhof treffen: Obdachlose und Alkoholkranke, Junkies und Methadonversorgte. Etwa 30 Personen, so Fiest, träfen sich täglich im Vinzenzpark, aber nur zehn seien Junkies, die sich Heroin spritzen. Daher sehe es für Passanten so aus, als gebe es eine größere Drogenszene. Die Polizei geht von einem festen Drogenkonsu-mentenstamm von rund 40 Personen aus.

Das Problem der
Beschaffung

Laut Drogenhilfe befanden sich im letzten Jahr rund 200 Drogenabhängige im Methadonprogramm; Reinhard Fiest rechnet diese Abhängigen nicht mehr zur Gruppe der Junkies. Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, sieht da-rin allerdings eine Bagatellisierung des Problems. Denn die Geschäftsleute haben unter den Ladendiebstählen, mit de-nen Abhängige ihre Sucht finanzieren, sehr zu leiden.

Auf Anfrage der Redaktion erklärte Ivan Kashkarov, me-dizinischer Leiter des Kreisgesundheitsamtes, dass laut einer Studie rund 90 Prozent der Abhängigen im Metahdonprogramm einen „Beikonsum“ haben. Sprich: Sie spritzen zusätzlich zum Methadon auch noch Heroin. Und auch dieses Heroin muss irgendwie beschafft und bezahlt werden.

Für die Opfer der Beschaffungskriminalität ist das vollkommen gleichgültig. Auf knapp zehn Millionen Euro beziffert Wilhelm Bommann den jährlichen Schaden: „Das ist keine Bagatelle.“

Fixerstuben oder
Freizeiträume

Mögen also einige Menschen im Stadtbild – zum Beispiel am Kö und im Vinzenzpark – andere Menschen stören, so ist dies das eine; Beschaffungskriminalität und Vandalismus ist etwas anderes. Diskutiert wurden im KPR die Sinnhaftigkeit von medizinisch betreuten Fixerstuben – was von der Drogenhilfe als viel zu teuer verworfen wird – und einer Art Freizeitraum in der Nähe des Vinzenzparks.

Gegen einen solchen Freizeitraum als Ersatz für den Treffpunkt Vinzenzpark meldeten indes Polizei und Staatsanwaltschaft starke Bedenken an. Außerdem, so Fiest, sei ein solcher Raum in kürzester Zeit zerstört und verwahrlost, wenn keine Aufsicht gestellt würde. Bürgermeister Ballhaus erinnerte an die Erfahrungen mit der Bahnhofstoilette: „Nach ein paar Stunden ist das Ding platt.“

Die Sitzung des KPR könne Folgen für Politik und Verwaltung haben, fasste Norbert Ballhaus zusammen. „Aber es ist auch ein öffentliches Thema geworden.“

Harry Seelhoff

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Kommentare
10.11.2010
21:29
Die „Szene“ ist im Visier
von koloniejunge | #6

Hans

In Meerbeck schleichen lediglich 2 Dunkle Gestalten
im Viertel

Der Ev und der Kath Pastor

10.11.2010
20:16
Die „Szene“ ist im Visier
von wonko | #5

Für die Opfer der Beschaffungskriminalität ist das vollkommen gleichgültig. Auf knapp zehn Millionen Euro beziffert Wilhelm Bommann den jährlichen Schaden

10 Millionen jährlich? Rund 830.000 €/Monat? Wie diese Summe zustande kommt würde mich ja mal interessieren...

10.11.2010
19:25
Die „Szene“ ist im Visier
von GedenkenamAbend | #4

man sollte den gewissen Hans23423 im Auge behalten, der steht mit dummen Kommentaren immer montags im der Westen.

Gerhard. Was ist daran beschämend? Überall, in jeder Stadt haben Sie eine offene Drogenszene. Wo kommen denn die auswärtigen Besucher her? Von Wolke sieben? Und es ist doch super dass die sich alle im Vinzenpark treffen, so halten diese sich nicht vor ihrer Haustüre oder vor irgendwelchen Spielplätzen oder in den Stadtteilen aus. Das dieses Publikum nichts im Wallzentrum zu suchen hat, stimme ich Ihnen zu. Daher sind überdachte Aufenthaltsmöglichkeiten, die unzerstörbar sind am Vinzenzpark zu errichten, die Polizei müsste mehr Streife an den kalten und nassen Tagen durch das Wallzentrum laufen. So würde sich allles am Vinzenzpark konzentrieren und die Polizei könnte dadurch auch besser observieren und den einen oder anderen hochnehmen.

zu 2: weil dass auch nichts bringt. Auch bei Schwarzlicht funktioniert das. Außerdem nehmen die meisten Junkies ihre Drogen nicht in der Toilette sondern an einem anderen Ort.


Die Verwaltung und die Politik haben einfach nur gepennt! Wie kann man dort bei dem Publikumsverkehr eine unbeaufsichtigte Toilette hinstellen?

10.11.2010
16:56
Die „Szene“ ist im Visier
von Hans23423 | #3

Man sollte mal eher gewissen Typen aus Meerbeck im Augen behalten, da steht jeden Montag was von in den Schlagzeilen.

10.11.2010
16:14
Die „Szene“ ist im Visier
von Ausweitung der Kampfzone | #2

Warum setzt man in den Bahnhofklos kein Schwarzlicht ein ?
Schwarzlicht hält die Junkies fern, so macht es die VHS Duisburg seit Jahren und billig ist es auch noch.

10.11.2010
14:51
Die „Szene“ ist im Visier
von GerhardL | #1

Es fehlen die Sammlepunkte Stadtpark, Freizeitpark und Wallzentrum.
Auch hier lungern diese Typen rum.
Es ist immer wieder beschämend, die Kommentare auswärtiger Besucher mitzubekommen...

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