Die rollende Arztpraxis
12.02.2009 | 19:53 Uhr 2009-02-12T19:53:00+0100
Moers. Sie leben am Rande der Gesellschaft. Die Menschen machen um die Bänke, auf denen sie sitzen, einen Bogen, und auch in vielen Arztpraxen sind die Drogen- und Alkoholabhängigen vom Königsee und vom Bahnhof nicht gern gesehen.
Deshalb kommt ärztliche Hilfe nun zu ihnen. Mehrmals wöchentlich fährt die „Straßenambulanz” die Treffpunkte der Junkies in Moers an und hilft kostenlos. „Die haben diese Hilfe bitter nötig”, sagt Ambulanz-Betreiber Rolf Karling.
Der 47-jährige Rheinhauser organisiert mit seinem Verein „Bürger für Bürger” acht Ausgabestellen für Lebensmittel in Duisburg. Anfang 2008 verstarb dort ein Obdachloser, laut Obduktion an einer offenen Tuberkulose. „Das war ein Schlüsselerlebnis”, berichtet Rolf Karling. „Der Mann hatte an einer hoch ansteckenden Krankheit gelitten – und sie blieb zu seinen Lebzeiten unentdeckt.”
Genau das ist das Problem. Denn obwohl viele aus dem Drogen- und Obdachlosenmilieu krankenversichert sind, gehen sie nicht zum Arzt – weil sie sich schämen, weil sie trotz eines Methadonprogramms zusätzlich Heroin konsumieren, weil sie keine Aufenthaltsgenehmigung besitzen, weil sie den Alltag nicht geregelt bekommen und den Weg einfach nicht schaffen. Folge: Viele haben Jahre lang keinen Kontakt zum Gesundheitssystem.
Karlings Schlussfolgerung: Dann muss das Gesundheitssystem zu diesen Menschen kommen. Er gründete die Straßenambulanz. Die Stadt Duisburg spendierte einen ausgemusterten Rettungswagen. Zwei Ärzte, zwei Krankenschwestern und ein Sanitäter helfen ehrenamtlich. Medikamente, medizinische Hilfsmittel und Geräte sowie den Betrieb des Autos finanziert der Verein aus Spenden und dem Erlös der Lebensmittelausgaben. „Wir behandeln viele Abszesse und offene Wunden”, erklärt Rolf Karling, der im Übrigen registriert, dass die Zahl der Erkrankungen an der gefährlichen Hepatitis C stark wächst, weil Junkies häufig Spritzen gemeinsam und mehrfach benutzen. In der Straßenambulanz bekommen sie neue saubere – vorausgesetzt, sie geben ihre alte ab. Seit Sommer 2008 wurden in Duisburg und Moers 450 Menschen von der rollenden Praxis medizinisch versorgt.
Unterstützung bekommt Karling nun von City-Manager Michael Birr. Auf seine Vermittlung entscheidet die PSD-Bank in diesen Tagen über eine 10 000-Euro-Spende für die Ambulanz, wovon 2000 Euro an den Moerser Elternkreis drogenabhängiger Jugendlicher gehen. „Die Menschen auf der Straße leben mitten unter uns, dieser Einsatz für sie ist lohnenswert.” Er wolle solche Hilferufe wahrnehmen, sagt Birr: „City-Management ist nicht nur Hochglanz.” (wit)
01:16
was ist von den linken auch anders zu erwarten
So zeigen die mal Ihr wahres Gesicht
02:40
nur geschmacklos frau kaenders!! ; aber wenn wir schon einmal beim thema sind, dann nennen wir doch das pferd auch beim namen, denn die linke ist nicht nur das alibi für honeckers menschenverachtende sed, nein, sie tut auch genausowenig, wie alle anderen parteien, für die durch uns versorgten menschen. weder unser land, noch unser projekt braucht das von ihnen geheuchelte verständnis. die menschen müssen nicht das parteiprogramm der linken lesen, es genügt die falschen einkommensangaben des linken-bundestagsabgeordeneten aydin auf dessen internetauftritt nachzulesen.
20:25
Hallo Frau Kaenders, sie sollten sich hier wirklich nicht Parteipolitisch in Vordergrund stellen. Ich dachte bisher, es ging ihnen darum, unparteilich Hilfe zu leisten. Schade das zumindest ich sehr entäuscht wurde. Man lernt nie aus auch mit 63 nicht. Klaus Kuklinski Pressesprecher von Bürger für Bürger Duisburg e.V.
20:24
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
00:21
Hallo kafka62,
erinnern Sie sich bei der nächsten Bundestagswahl doch einmal daran, wem Sie die ganzen Wohltaten zu verdanken haben!
Und schauen Sie in unser Parteiprogramm.
Gabriele Kaenders
DIE LINKE. Kreisverband Wesel
00:19
Hallo ulysses,
das Frl. G. Kaenders ist Frau Gabriele Kaenders - das Frl. hat nämlch an Karneval vor 39 Jahren ihren Gatten kenneglernt und ist mit ihm seit 37 Jahren (überwiegend glücklich) verheiratet.
Ihr Kommentar ist aber sowas von daneben! Ich verkläre keine Situation von Drogenabhägigen. Ich bin gegen jede Drogeneinnahme und auch gegen die von vielen geforderte Legalisierung weicher Drogen, ausser für den medizinischen Einsatz bei Schwerstkranken. Aber ich verschliesse meine Augen nicht vor Tatsachen - und die bestehen darin, dass es Drogenabhängige gibt. Und zwar jede Menge. Dabei handelt es sich um Schwerstkranke, denen geholfen werden muß.
Wir lassen ja auch keinen Lungenkrebskranken verrecken, nur weil er starker Raucher ist. So wie wir ihm die bestmögliche medizinische Behandlung zukommen lassen, haben wir auch eine Verpflichutng denen gegenüber, die auf der Strasse leben. Das hat mit Romantik nix zu tun.
Gabriele Kaenders
Fraktionsvorsitzende der OLiLi/DIE LINKE.
07:57
ich finde es sehr gut das man so eine rollende arztpraxis für die leute ein gerichtet hat
so kann ich doch hoffen das man so eine rollénde arztpraxis auch mal für die rentner einrichtet die finanziel nicht mehr in der lage sind einen arzt auf zusuchen
1.) 10 euro praxisgebühr fürn zahnarzt noch mal 10 euro
2) da viele busse eingestellt wurden ist ein arzt besuch teilweise nur noch mit dem taxi möglich kostet 10 bis 15 euro
3) fürn notarzt noch mal 10 euro
4)krankenhaus einweisung ist unmöglich da man die 12 euro pro tag einfach nicht aufbringen kann
an eine neue brille und zahnersatz ist schon gar nicht mehr zu denken
viele rentner und rentnerinnen habe schon lange keine arztpraxis mehr von innen gesehen die würden sich bestimmt auch über eine rollende paxis freuen
herrn Birr meine hochachtung das er sich für die leute einsetzt und damit auch für das stadt bild was tut denn die werden dann weniger auffallen und die moerser bürger vielleicht nich mehr ganz so ablehnend diesen menschen gegen über sein denn man soll nie vergessen es kann jeden treffen unverschuldet
00:54
Hallo Frl. G.Kaenders!
Heute vor 200 Jahren wurde Charles Darwin geboren. Survival of the fittest°!
Ihr Rosamunde-Pilcher-Kommentar° verklärt nur die Situation der Drogenabhängigen aus pseudoromantischer Sicht !
.
22:43
Supereinsatz aller Beteiligten! Danke an alle und an Herrn Birr.
Das ist eigentlich nicht vorrangig für Stadtmarketing und deshalb umso mehr zu loben.