Die Neukirchen-Vluyner Möhnen suchen noch Möhnen

Sarah Langer, Nadine Zimacki und Marina Koniczny-Foest streichen den neuen Wagen der Vlü-Ka-Ge.
Sarah Langer, Nadine Zimacki und Marina Koniczny-Foest streichen den neuen Wagen der Vlü-Ka-Ge.
Foto: Christoph Karl Banski
Die Vorbereitungen für den Straßenkarneval in Neukirchen-Vluyn laufen auf Hochtouren. Sogar im Tonstudio

Neukirchen-Vluyn..  Der Höhepunkt der Session naht. Dreieinhalb Wochen bleiben der Neukirchen VLÜ KA GE noch für die letzten Vorbereitungen für den Straßenkarneval. Die Möhnen rund um die Obermöhne der VLÜ KA GE, Elsa Bertz, und jene der Blau-Weißen Funken, Astrid Fiebig, haben sich für den Altweiberdonnerstag am 12. Februar natürlich wieder eine Menge vorgenommen.

Rund 20 Damen sind dabei, wenn es morgens um halb acht in Vluyn losgeht. „Wir können natürlich nie genug sein“, sagt Elsa Bertz. Heißt: Wer noch Lust hat, mitzumachen, kann sich gerne melden. Zunächst werden Geschäfte und Banken in Vluyn besucht, dann geht es weiter nach Neukirchen.

Gegen 14 Uhr macht die versammelte Möhnenschar Pause im Standquartier Klingerhuf, bevor es weiter geht zum traditionellen Möhnensturm am Rathaus, wo Bürgermeister Harald Lenßen wieder mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versuchen muss, sein Rathaus vor den wilden Weibern zu verteidigen. Das wird ihm vermutlich auch in diesem Jahr nicht gelingen. Das Kostüm für den Bürgermeister ist schon gekauft. Was es ist, verrät Elsa Bertz nicht.

Möhnen im Tonstudio

Gestern war der harte Möhnenkern schon mal im Tonstudio, um vier Lieder nahezu professionell einzustudieren. „Wir haben vier Lieder umkomponiert“, sagt Obermöhne Bertz.

Für den Umzug am Rosenmontag haben sich wieder 30 Einheiten, teilweise mit Fahrzeugen oder als Fußgruppe, angemeldet. „Wie im vergangenen Jahr“, sagt Jörg Thiem. Der Präsident der Neukirchen VLÜ KA GE ist froh, dass der Rosenmontagszug überhaupt weiterhin jedes Jahr stattfinden kann.

Das hat offenkundig auf der Kippe gestanden. Im vergangenen Jahr hat Präsident Thiem diverse Gespräche mit Bürgermeister Harald Lenßen geführt, und die beiden haben die Kuh vom Eis bekommen. Die Stadt sei der VLÜ KG in diversen Punkten entgegengekommen, bestätigt Elsa Bertz. Letztlich sind die Kosten für den Umzug nicht unerheblich. Bertz und Thiem sprechen von gut 20 000 Euro. Ohne die Kamelle. Für die muss jede Gruppe selber sorgen. Eine ordentliche Hausnummer also.

Für Jörg Thiem wäre es vermutlich schwierig geworden, seinem Verein einen zweijährigen kostenbedingten Rhythmus verkaufen zu müssen. Aber gemäß des Mottos „Freunde stehen zusammen und feiern zusammen“ hat sich das Thema vorerst erledigt.

Die Stadtwache, die bisher zu Fuß mitgelaufen ist, bekommt nun einen Wagen. Derzeit basteln und streichen die Karnevalisten gerade daran. Und auch die Blau-weißen Funken sind wieder mit einem Wagen dabei.

Ordner fehlen

Was noch fehlt, sind Ordner. Sechs pro Wagen sind notwendig. Die Möhnen haben bisher nur zwei. Und auch Präsident Jörg Thiem ruft Freiwillige auf, sich zu melden. Mit Blick auf die große Schar der Jugendlichen, die zu Fuß mitlaufen und nicht selten negativ durch allzu übermäßigen Konsum alkoholischer Getränke aufgefallen sind, äußert sich Jörg Thiem zuversichtlich. „Schade, dass die sich nicht engagieren“, sagt er.

„Wir würden die ja sogar unterstützen“, kündigt der Präsident der Neukirchen VLÜ KA GE an. Aber dafür sollten sie den Alkohol einschränken und sich an gewisse Regeln halten. Vielleicht ja sogar nach einem Motto verkleiden. Thiem: „Das wäre für sie selbst doch auch schöner.“