Die Moerser Retter sind im Dauereinsatz

Der Moerser Rettungsdienst ist im Dauereinsatz.
Der Moerser Rettungsdienst ist im Dauereinsatz.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Die Besatzungen der Rettungswagen kommen nicht zur Ruhe. Bis zu 50 Einsätze fahren sie am Tag, viele davon sind Auswirkungen der Hitze.

Moers..  Ein Spaziergang in der Mittagshitze, Ausdauersport in praller Sonne, Senioren, die viel zu wenig trinken – die letzten Tage bedeuteten für die Feuerwehr Stress pur. Ihre drei Rettungswagen waren im Dauereinsatz und sind es noch, die Lautsprecherdurchsagen in der Feuerwache am Jostenhof sprechen eine deutliche Sprache.

Jeder Einsatz, erklärt Feuerwehrchef Christoph Rudolph, dauere im Normalfall eine Stunde: ausrücken, den Patienten versorgen und aufnehmen, dann zum Krankenhaus fahren und schließlich den Rettungstransportwagen (RTW) säubern und desinfizieren. In den letzten Tagen kamen die Besatzungen kaum noch dazu, am Jostenhof einzurücken, fuhren teilweise von Einsatzstelle zu Einsatzstelle. In Zahlen ausgedrückt heißt das: mehr als 15 Einsätze in einer 24-Stunden-Schicht.

Norbert Veltges ist am Jostenhof verantwortlich für die RTW-Einsätze, er weiß, wie hart die Schichten sein können. „Die Krankenhäuser stellen uns schon Wasser bereit, wenn wir kommen“ – auch für die hauptberuflichen Retter gilt bei Temperaturen von annäherend 40 Grad: trinken, trinken, trinken.

Drei RTW sind rund um die Uhr im Einsatz, hinzu kommt ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF); ein zweites NEF steht zwischen 8 und 16 Uhr zur Verfügung. Wenn alle Stricke reißen, also wenn alle Fahrzeuge im Einsatz sind, dann gibt es noch den „First Responder“: Ein Löschfahrzeug wird mit einem medizinischen Notfallkoffer bestückt und rückt aus. Norbert Veltges: „Es geht darum, die Hilfsfristen zu verkürzen.“

Es ist übrigens völlig gleichgültig, welcher der Wehrleute als erster am Einsatzort eintrifft: Alle hauptamtlichen Kräfte der Moerser Feuerwehr sind ausgebildete Rettungsassistenten. Und der Begriff „Assistent“ sollte nicht zu falschen Schlussfolgerungen verleiten: Es ist die höchste Qualifikation, die man erwerben kann – wenn man von den Notärzten einmal absieht.