Die Linke: Napp löst Kaenders als Fraktionschef ab

Gabi Kaenders war seit 2006 Fraktionschefin der Linken im Moerser Rat
Gabi Kaenders war seit 2006 Fraktionschefin der Linken im Moerser Rat
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Gabi Kaenders ist nicht mehr Fraktionsvorsitzende der Linken im Moerser Rat. Sie erhielt bei einer turnusmäßigen Wahl nur eine Stimme.

Moers..  Bei der Fraktionssitzung der Linken am Dienstagabend waren nach Angaben der Fraktion die drei Ratsmitglieder Gabi Kaenders, Brigitte Hübel und Heinrich Napp anwesend, dazu fünf sachkundige Bürger, die bei der turnusmäßigen Wahl für den Fraktionsvorsitz nach der Hälfte der Legislaturperiode aber kein Stimmrecht hatten.

Das Ergebnis der Wahl lautet 2:1

Für den Fraktionsvorsitz kandidierte neben Kaenders auch Heinrich Napp, der, zusammen mit Brigitte Hübel, bisher stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken war. Er gewann die Wahl mit 2:1 Stimmen vor Kaenders, die bis zum Ende der Legislaturperiode Ratsmitglied in Moers bleibt. Die Zahl der Stellvertreter wurde, so die Angaben aus der Fraktion, auf einen reduziert.

Diese Funktion nimmt nun Brigitte Hübel wahr. Gabi Kaenders war seit 2006 Fraktionschefin der Linken im Moerser Rat. Am Dienstagabend sagte sie im NRZ-Gespräch: „In dieser Zeit haben wir es geschafft, die Linke in Moers bekannt zu machen und eine Akzeptanz zu erreichen.“

Besonders für Behindertenpolitik eingesetzt

Etwa vier bis fünf Jahre habe es gedauert, bis ein „deutliches Umschwenken“ in der Öffentlichkeit feststellbar gewesen sei. Sie selbst habe sich für viele Themen, besonders aber für die Behindertenpolitik eingesetzt. Bei der nächsten Kommunalwahl will Kaenders nicht mehr antreten und ihren Lebensmittelpunkt nach Berlin verlagern. Zu ihrer Abwahl wollte sie sich am Dienstagabend nicht äußern, nur soviel: „Das ist ein demokratischer Prozess.“

Brigitte Hübel berichtete auf NRZ-Anfrage von „innerfraktionellen Differenzen vor allem auf dem Feld der Kultur, zum Beispiel, wenn es um die Festivalhalle und die Kultur GmbH gegangen sei. Brigitte Hübel: „In unserem Wahlprogramm steht, dass wir Kultur und Sport nicht gegeneinander ausspielen wollen. Das haben wir in letzter Zeit nicht mehr gespürt.“

Am Programm orientieren

Hübel sagte, in letzter Zeit habe es hauptsächlich Enthaltungen bei Abstimmungen gegeben. Künftig werde man sich wieder stärker am Wahlprogramm orientieren und sich für den kulturellen Bereich in der Stadt einsetzen.

Differenzen mit Kaenders habe es schon länger gegeben. Man habe auch immer wieder versucht, miteinander zu sprechen. Es gebe auch noch andere Punkte, darüber wolle sie aber nicht sprechen.