Die Latte hängt hoch
17.12.2010 | 16:39 Uhr 2010-12-17T16:39:00+0100Rheurdt.Ein Gutachten soll die Chancen für eine Gemeinschaftsschule im Südkreis Kleve prüfen. Die Ratsmitglieder in Straelen, Geldern, Wachtendonk, Kerken, Rheurdt und Issum haben dies jetzt auf den Weg gebracht.
Doch die Latte hängt hoch: Bis es so weit ist, müssen etliche Voraussetzungen erfüllt sein. „Eine Gemeinschaftsschule ist eine Neugründung, keine Umwandlung einer alten Schule“, so Ralf Spengel vom Schulverwaltungsamt. Zudem müssten die Eltern beteiligt werden, merkt Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen an. Hierzu gehöre auch bereits ein pädagogisches Konzept. Die Gemeinschaftsschule sei eine schulrechtlich und pädagogisch eigenständige Einheit. Sie kann als Modellversuch zunächst nur über sechs Jahre laufen. Bedingung sind drei Klassenzüge.
„In die Gemeinschaftsschule gehen Kinder der fünften und sechsten Klassen, unabhängig von ihrer Eignung. Ab Klasse 7 wird differenziert“, so der Bürgermeister. Ob dies innerhalb der Klassen oder nach Klassen getrennt geschehe, sei Sache der Schule. Wie auch die Entscheidung, selbst eine gymnasiale Oberstufe anzubieten oder mit einem Gymnasium zusammenzuarbeiten.
Verbindliche
Ganztagsschule
Und: Die Gemeinschaftsschule ist eine verbindliche Ganztagsschule.
Was der Gemeindeverwaltung am meisten Kopfzerbrechen macht: „Durch die Gemeinschaftsschule darf keine andere Schule im Umkreis gefährdet werden.“ Schon jetzt gebe es gefährdete Schulen in Nachbarstädten.
Auch sei es unwahrscheinlich, dass es in Rheurdt oder den Nachbarorten genügend Schüler gebe. Derzeit gehen 252 Kinder in die Rheurdter Grundschule. „Die Größen unserer Kommunen sind problematisch“, so Spengel. Nicht ganz einfach sei auch die Versorgung durch den ÖPNV. Zu einigen Nachbarn gibt es so gut wie keine Busverbindung.
Trotz der Bedenken unterstreicht der Bürgermeister: „Es ist noch nichts entschieden. Es wurde nur beschlossen, dass ein Gutachter die Schülerzahlen und andere Dinge ergebnisoffen untersucht und auflistet.“ Dies werde wohl im Frühsommer zu klaren Fakten führen. Sie dienten als Grundlage für die weitere Diskussion.
In Ascheberg gebe es bereits eine Gemeinschaftsschule. „Dort gibt es aber alle Schulformen am Standort. Da ist man flexibler, was das Auslaufen einer Schule angeht“, so Spengel.
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