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„Die einen profitieren, die anderen gucken drauf“

04.08.2011 | 17:42 Uhr
„Die einen profitieren, die anderen gucken drauf“
Vor den Windkraftanlagen auf der Aldekerker Platte: Der Rheurdter Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen und Bauamtsleiter Udo Hoevelmans. Foto: Volker Herold

Rheurdt.Der Windenergie-Erlass ist fast noch druckfrisch, da macht man sich im Rathaus Gedanken, wie mit dem Inhalt umzugehen ist. „Die Landesregierung will die Genehmigungsverfahren erleichtern“, erklärt Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen.

Es liegen sogar bereits Anfragen im Rathaus vor, die vorhandenen, etwa 15 Jahre alten 13 Rheurdter Windräder auf der Aldekerker Platte teilweise gegen neue, bis 180 Meter hohe Anlagen auszutauschen. Mit Anfragen nach Flächen auch anderswo in der Gemeinde sei ebenfalls zu rechnen.

Zusammen mit denen von Issum und Kerken stehen 26 Anlagen auf der Vorrangfläche Aldekerker Platte. Was die Landschaft nicht unbedingt verschönert. „Der Schaephuysener Höhenzug ist eine Gletscher-Endmoräne. Er entstand vor 300 000 Jahren nach der jüngsten Eiszeit und steht unter Landschaftsschutz“, so der Bürgermeister. Die Gemeinde müsse versuchen, den Ausgleich der Interessen zu finden. Amtsleiter Udo Hoevelmans erinnert sich in dem Zusammenhang noch gut an die Bürgerproteste vergangener Zeit: „...als es darum ging, dass die einen von den Anlagen profitierten und die anderen dann ständig drauf gucken sollten...“

Neue Anlagen sind
fast doppelt so hoch

Da die höheren Anlagen mit 180 Metern fast doppelt so hoch seien wie die bisherigen Räder, wirke der schöne Höhenzug dadurch dann wohl wie die Kulisse einer Modelleisenbahn, macht sich Kleinenkuhnen so seine Gedanken.

Beraten und entscheiden müsse die Politik schon im Vorfeld, und zwar ab kommendem Herbst. Schließlich seien Anträge nur abzulehnen, wenn es städtebauliche Gründe dafür gebe, wie Landschafts-, Natur-, Immissions- oder Wasserschutz. „Beispielsweise wäre die große touristische Attraktion ein Ablehnungsgrund für Räder auf dem Oermter Berg.“

Die Kommunen müssten, so Kleinenkuhnen, auch mit möglichen Klagen seitens der Investoren rechnen. „Es wird wohl keiner gegen den Widerstand einer Bürgerinitiative Räder bauen wollen. Es sind aber in der Vergangenheit anderswo Klagen geführt worden“, weiß Kleinenkuhnen. Wissenswert sei auch, dass das Land etwa zwei Prozent NRW-Fläche für Windkraft vorsehe, Rheurdt aber bereits zehn Prozent dafür bereit stelle, nämlich 300 Hektar. Hinzu komme die Biogasanlage Saelhuysen, die Strom für 5000 Haushalte produziere.

„Es geht um den gerechten Interessenausgleich zwischen denen, die verdienen und denen, die das aushalten müssen. Eine große Rolle dabei spielen die Auswirkungen auf die Landschaft“, unterstreicht der Bürgermeister.

Klara Helmes

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