Die City in Moers soll schöner werden

Planungswerkstatt zur Neugestaltung des Königlichen Hofs.
Planungswerkstatt zur Neugestaltung des Königlichen Hofs.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Die Stadt hatte am Samstag zu einer Planungswerkstatt KÖ/Neuer Wall eingeladen. Das Interesse war groß. Es wurden Schwachpunkte und wünschenswerte Entwicklungen aufgezeigt.

Moers..  Seit hundert Jahren wird in Moers über die Gestaltung der Innenstadt diskutiert. Vielfach wurde umgebaut und neu gestaltet. So ist zum Beispiel vom alten „Königlichen Hof“ kaum noch etwas geblieben. Das Resultat der zahlreicher Änderungen kann aber bis heute nicht überzeugen. Wie groß das Interesse an diesem Thema nach wie vor ist, zeigte die große Resonanz einer „Planungswerkstatt Kö/Neuer Wall“, zu der die Stadt am Samstag ins SCI-Begegnungshaus geladen hatte.

Neben Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Vertretern sämtlicher politischen Fraktionen nutzten auch viele ‘Normalbürger’ die Chance, die Moerser Zukunft mitzugestalten: „Wir möchten mit Ihrer Hilfe ein Leitbild entwerfen, an dem wir die künftige Stadtplanung ausrichten können. Statt lauer Kompromisse suchen wir ein tragfähiges Konzept für die Zukunft“, erklärte Thorsten Kamp, der technische Beigeordnete der Stadt und Moderator der Veranstaltung zu Beginn.

Die größten Schwachpunkte des derzeitigen Zustandes aus stadtplanerischer Sicht erläuterte Stefan Oppermann: Der Kö als reiner Verkehrsplatz mit nur geringer Aufenthaltsqualität, ein ebenfalls wenig attraktiver Königssee in schlechtem baulichen Zustand, der überdimensionierte Neue Wall mit seinem hohen Verkehrsaufkommen, der die Innenstadt in zwei Teile zerschneidet. Ein wenig ansehnliches „Kaiserdenkmal“, das seine Funktion als Bindeglied zwischen den verschiedenen städtischen Bereichen verloren hat. Homberger Straße, Trotzburg-Kreuzung, Parkdeck am Neuen Wall sind weitere neuralgische Punkte. Eine Liste, die man beliebig verlängern könnte. Nach Lösungen wurde danach in vier Arbeitsgruppen gesucht, mit in vielen Teilen übereinstimmenden Ergebnissen: Nachzeichnung und Sichtbarmachung der historischen Strukturen (Wälle, Gräben, Ravelins), bessere Anbindung der Altstadt an die Homberger Straße, Neuorganisation und Dezentralisierung des Öffentlichen Nahverkehrs (Verlegung des Busbahnhofs) und Beruhigung des Individualverkehrs, attraktivere Gestaltung des Kö mit passender Bebauung, Tiefgarage statt Parkdeck, um nur einige Vorschläge zu nennen.

„Hoffentlich haben wir hier nicht wieder zum x-ten Mal zusammengesessen, nur um dann festzustellen, dass sich wieder nichts tut“, zweifelte eine Teilnehmerin. Nicht ganz unberechtigt, denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Und wie der aussehen könnte, machte etwa Gabriele Kaenders (Linke) deutlich: „Wir werden um jeden Baum kämpfen“, kündigte sie an.

„Die heutige Veranstaltung bietet eine gute Grundlage für den jetzt zu entwickelnden Zielplan, über den letztendlich die Politik entscheiden muss. Allerdings ist auch klar, dass dessen Umsetzung nur in kleinen Schritten erfolgen kann“, gab sich Thorsten Kamp trotzdem optimistisch. Bei aller Skepsis: Die neue Strategie einer größeren Bürgerbeteiligung kann man jedenfalls schon jetzt als Erfolg verbuchen.