Der Meister des unvollendeten Satzes

Neukirchen-Vluyn..  Rote, zerzauste Haare, eine runde Brille und die etwas abstehenden Ohren sind das, was Piet Klocke seinen Wiedererkennungswert gibt. Doch auch sein ganz besonderer Humor lockte am vergangenen Samstag viele Gäste in die Kulturhalle. Mit seinem neuen Kabarett-Programm klärte er auf.

Pünktlich um 20 Uhr begrüßte Klocke die zahlreich erschienenen Gäste. Ganz simpel saß er an seinem Tisch auf der Bühne und brachte wie gewohnt kaum einen Satz zu Ende.

Er nuschelte, stammelte und wirkte unsicher, doch all das gehört zu seinem Charakter des etwas verrückten Professors. So erzählte Klocke von seinem Leben „in einem Viertel. Das ist auch nichts Halbes und nichts Ganzes.“

Zu Beginn fragte er sein Publikum, ob sie nicht Lust hätten, mit ihm eine Nachtwanderung nach Venlo zu machen und immer wieder kam er im Verlauf des Abends auf das Thema zurück, so dass irgendwann schon Gäste selbst fragten, wann es denn endlich losgehe. Klocke spielt seinen Charakter sehr authentisch. Er weiß sein Publikum zum Lachen zu bringen, ob nun durch seinen einzigartigen Humor oder einfach durch sein intensives Gestikulieren.

Im Laufe des Abends stellt er sein Buch „Das geht alles von ihrer Zeit ab“ vor, in dem er als Prof. Schmitt-Hindemith kuriose Dinge über verschiedenste Themen erklärt. „Bei dem Buch müssen sie den roten Faden selbst mitbringen“, stellte Klocke fest und kam letztendlich zu dem Entschluss: „Dieses Büchlein kann ich nicht empfehlen.“

Der Schauspieler, Musiker und Kabarettist wirkte schon an vielen Projekten mit, unter anderem spielte er im Kinofilm ‘Das fliegende Klassenzimmer’ mit und schrieb zwei Bücher. Durch seine unkonzentrierte Art und das stetige Assoziieren wirkt seine Sprache etwas unbeholfen, doch die charmante Art erlaubt ihm das.

Immer wieder schien es, als würde er mit seinen Gedanken abdriften, oder als würde er meinen, das Publikum würde ihn nicht verstehen.

„Seit fünf Jahren bin ich auch schon in Behandlung eines Fachmanns“, getand er. Beim Thema Evolution schienen seine Gedanken dann völlig abzudriften. So fragte er sich zum Beispiel, wie das Leben als Einzeller wäre und ob die morgens auch so Probleme beim­ Aufstehen haben. Ob Tauben oder Bernhardiner: Jedes Wesen der Tierwelt schien ihn zu faszinieren, auch der Mensch selbst. Und bei den schwülen Temperaturen am Samstag bliebt auch die Frage nicht aus: „Merken Sie, wie ich geistig etwas langsam werde?“