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Der Chirurg mit dem tollen Humor geht

08.02.2009 | 17:29 Uhr

Dr. Eckart Cillis verlässt Bethanien und freut sich auf den Ruhestand.

Doch, er könne dem Film „Papa ante portas” etwas abgewinnen, schmunzelte Chefarzt Dr. Eckart Cillis, bevor er sich zu seiner offiziellen Verabschiedung aufmachte. Seit 1985 war er Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus Bethanien, geht nun mit 65 Jahren in den Ruhestand. „Ich finde es gut, dass jetzt Schluss ist”, so Eckart Cillis, und zählt auf, was er zukünftig zu tun gedenkt: lesen, reisen, musizieren. „Vielleicht sogar Golf spielen”, fügt er hinzu, „und Kochen will ich lernen.” Gattin Evelyn Cillis lässt – zumindest was die naturverbundenen Hobbys ihres Mannes angeht – gesunde Skepsis walten: „Im Garten müsste ich ihn erst anlernen.” Und was das Musizieren angeht, so bedarf der Cillis'sche Haushalt wohl erst einer Erneuerung der Instrumentalausstattung. Zwar habe er in der Vergangenheit seine Söhne erfolgreich an die Musik herangeführt, so der Chirurg, indes sei dies nicht ganz ohne Verluste abgegangen. Eine Gitarre erhielt der musikbegeiserte Mediziner mit gebrochenem Hals zurück, seine Klarinette gar in Einzelteilen - in drei kleinen Säckchen. Den drei Söhnen hat die musische Erziehung trotz der Verluste nicht geschadet: einer ist HNO-Arzt in Solingen, einer Jurist in Hamburg, einer Diplom-Ingenieur in Stuttgart. Hatte es auch Nachteile, Chefarzt zu sein? Dr. Eckart Cillis über seinen Arbeitsalltag: „Meine Frau fragt nicht mehr, wann ich nach Hause komme.” Und Nackenschläge, so Cillis, die kriege jeder. „Man wird so häufig mit so viel Tränen konfrontiert”, blickt er zurück. Seine Frau erinnert bewegt ihn an seine erste große Operation, Eckart Cillis macht den Eindruck, als sei es ihm etwas peinlich. Er ist, wie er selber sagt, ein Mann, der lieber hinten steht und nicht vorn im Rampenlicht. Früher, erinnert sich der Chefarzt, sei es ein anderes Arbeiten gewesen. Seinen Facharzt habe er mit 25 Jahren gemacht, und nicht erst mit 35, wie seine jungen Kollgen heute. Der Beruf sei heute durch eine Bürokratisierung gekennzeichnet, die für die Patienten weniger Zeit lasse. Aber manches habe sich eben auch nicht geändert: „Der Blinddarm sitzt immer noch unten links, wenn ich reinkomme.” Chefarzt Dr. Eckart Cillis ist ein Mann mit Humor, der seine Kollegen und Mitarbeiter zu schätzen weiß: „Ohne Team ist man nix in der Chirurgie.” Im Ruhestand wird Eckart Cillis nun ein neues Team bilden können: mit seinen Enkelinnen, der viereinhalbjährigen Jette un der sechs Monate alten Maya. Von letzterer behauptet der Chefarzt allerdings: „Die quietscht bei mir immer.”

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