Der Blick in die Praxis

Moers..  Zu Fuß war der Weg zum Autohaus Minrath an der Rheinberger Straße für die 45 Schüler und drei Lehrer vom Berufskolleg für Technik nicht weit. Und die angehenden Elektrotechniker mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik freuten sich darauf, Bekanntschaft mit dem Audi A3 e-tron zu machen.

Die Aktion war auf Anregung von Hans-Gerd Schulz, Lehrer und Bildungsgangleiter am Berufskolleg, und Jürgen Weiß, dem Verkaufsleiter bei Audi Minrath, zustande gekommen. Der Belgier Ian Gepts aus der Abteilung „Driving Experience“ bei Audi stellte den e-tron ausführlich als Referent fürs Fachpublikum vor. Funktionsweise und technische Details präsentierte er zusätzlich anhand eines simulierten Armaturenbrettes.

Seit gut einem halben Jahr ist das Fahrzeug, das eine Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor aufweist, auf dem Markt. „Insbesondere in Ländern, in denen es eine hohe CO2-Steuer gibt, steigt die Nachfrage. Der e-tron überzeugt dort auch wirtschaftlich viele Fahrer mit einem Ausstoß von nur 35 g CO2/km kombiniert“, sagte Gepts. Die Schüler waren zumindest kritisch, was die Umweltfreundlichkeit betrifft. Rouven Bißling (17): „Wir haben uns im Unterricht eine Woche auf das Thema vorbereitet, Informationen ausgewertet, Plakate und Referate erarbeitet.“ Die Umweltbilanz beim Elektroantrieb hängt nun mal damit zusammen, ob der benötigte Strom ökologisch oder konventionell erzeugt wird. Audi bietet seinen Kunden die Möglichkeit, einen Vertrag mit einem Öko-Strom-Anbieter abzuschließen.

„Die Batterien sind noch eine Schwachstelle“, meinte Wadim Bewsenko (19). Audi erwartet, dass die Akkus im e-tron 8 Jahre oder bis zu einer Laufleistung von 160 000 km einwandfrei funktionieren. Gepts räumte jedoch ein: „Einen Kapazitätsverlust gibt es sicher. Aber langfristig haben wir nun mal noch keine Erfahrung sammeln können.“

Erfahrung als Fahrer

Erfahrung hatten viele der Schüler schon als Autofahrer. Und die Führerscheinbesitzer freuten sich auf den Höhepunkt des Tages: die Probefahrt. Begleitet von einem Mitarbeiter des Autohauses ging’s in die Autos. Und schon herrschte ein wenig Verwirrung, als sich der Wagen in Bewegung setzte, aber nichts zu hören war. Gespannt lauschten alle. Auf das leise Summen der Motoren. Und bei alleinigem Elektroantrieb hatte das Fahrgefühl tatsächlich etwas vom Gleiten in einem Segelflugzeug. Auf der Autobahn beschleunigte der Wagen durch automatisch zugeschaltetem Verbrennungsmotor wie ein herkömmliches Fahrzeug dieser Klasse. Und fahren lässt er sich auch wie ein ‘normaler’ Wagen.