Der Bau-Platz macht es nicht leicht, aber es geht voran
02.01.2012 | 17:39 Uhr 2012-01-02T17:39:00+0100
Kamp-Lintfort. Die etwas andere Baustelle für das Einkaufszentrum EK3, das auf dem Schutt der ehemaligen Weißen Riesen steht.
Diese Baustelle ist alles andere als einfach: „Das Grundstück ist genauso groß wie das Bauwerk“, skizziert Sören Ollesch, Projektleiter für das Einkaufszentrum EK3 zwischen Ring-, Friedrich- und Moerser Straße, die Schwierigkeiten seiner Aufgabe. Und dann kommt auch noch hinzu, dass um bereits vorhandene Immobilien auf dem Areal herumgebaut werden muss – der Wunscharbeitsplatz sieht vielleicht anders aus.
Aber womöglich ist genau das die Herausforderung für den Mitarbeiter von Ten Brinke Industrie- und Gewerbebau. Er steht bei feuchtkaltem Wetter auf dem späteren Parkdeck, erläutert Bauabschnitte, zeigt die schon errichtete schräge Stahlkonstruktion, unter der man später auf Rollsteigen in die Mall kommt, deutet auf den bald verglasten Innenhof, in dem die namengebenden drei Eichen stehen werden, weist auf den gerade entstehenden Kreisverkehr hin, der später die Autofahrer ins Einkaufszentrum leitet. „Das ist schon eine aufwändige Baustelle“, so Ollesch.
Breiter Bürgersteig, schmale Zufahrt
Im Moment wird gerade gegenüber vom EK3 der Bürgersteig an der Ringstraße verbreitert, die Zufahrt dadurch schmaler. Doch darin sieht der Projektleiter kein Problem. „Vom Alten Rathaus aus kann man direkt rechts abbiegen, von der anderen Seite her gibt es für die Linksabbieger wegen des Kreisverkehrs kein Problem. Und wenn es doch mal einen Rückstau geben sollte, reagiert die Ampelanlage an der Kreuzung mit der Friedrichstraße darauf.“
Die etwa 8500 Quadratmeter Verkaufsfläche, die auf circa 15 500 Quadratmeter Grund entstehen werden, haben Historisches unter sich: Der Bauschutt der gesprengten und unter dem Namen Weiße Riesen bekannten ehemaligen Hochhäuser am Kreisel wurde gebrochen und gewissermaßen als Unterlage verwendet. Recycling halt.
Die Idee zum Einkaufszentrum entstand 2008/9. Im März letzten Jahres wurde mit dem Bau begonnen, Juni 2012 wird eröffnet. Dann können sich die Kamp-Lintforter ein eigenes Bild von den 17 Mietern und ihrem Angebot machen. Die größten Flächen gehen an das SB-Warenhaus Kaufland im Erdgeschoss (4500 Quadratmeter), den Elektronikhändler Promarkt (1200 Quadratmeter) und den Drogeriemarkt Rossmann (gut 600 Quadratmeter). Lediglich eine Fläche von knapp 400 Quadratmetern ist noch frei. Ollesch: „Zur Eröffnung ist die aber auch vermietet.“
Unternehmer aus der Region
Auf Wunsch der Stadt wurden keine Mieter ins Haus genommen, die woanders in der Stadt ihr Geschäft haben und das dann verlassen – eine Bedingung, die Ten Brinke erfüllen konnte. Es handelt sich in vielen Fällen um Unternehmer aus der Region, aber auch um bekannte Ketten, egal ob aus dem Bereich Optik, Schmuck, Bekleidung oder Friseur.
Im Januar gibt es das Richtfest, dann beginnt auch der Innenausbau. „Vieles auf dieser Baustelle läuft parallel“, erklärt Ollesch.
Falls den Betrachtern der Bau ähnlich erscheint wie ein paar hundert Meter entfernt in der Moerser Straße: Der Grund liegt darin, dass sowohl der Entwurf von C&A als auch der vom EK3 vom Kölner Büro Bob-Architektur stammt. Das sieht man dann auch – Klinker, teils als Riemchen außen, viel Glasflächen. Herausragend im wahrsten Sinne des Wortes wird der das sonstige Gebäude überragende Eingangsbereich, das so genannte Kopfgebäude, das bis in etwa 14 Meter Höhe ragt.
Wer derzeit an der Ringstraße entlangfährt, dem kommt etwas im wahrsten Sinne des Wortes schräg vor. Doch diese schrägen Wände sind geplant: In ihnen verschwinden die Tore, die im unteren Geschoss den Anlieferern Platz zum Befahren des Gebäudes geben. Und eine schräge Fassade wird auch der Lichthof im Inneren haben. Dort wird auch wieder das Motiv der Eichen aufgenommen – mit aufgeklebten Eichenblättern.
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