Denkmalschutz? Klärung in Sicht

Foto: kai kitschenberg

Moers..  Ist das Gerhard-Tersteegen-Haus an der Haagstraße denkmalwürdig ja oder nein? Die Streit darum schwelt seit Jahren. Seit gestern gibt es Hoffnung, dass die Frage bald geklärt wird.

Nicht dass Michael von der Mühlen, Staatssekretär im NRW-Bauministerium, bei seinem Besuch in Moers den Knoten durchgeschlagen hätte. Aber er sagte zu, nun „kurzfristig“ zu klären, an welchem Punkt das Denkmalverfahren überhaupt steht. Zur Erinnerung: Die Evangelische Kirchengemeinde als Eigentümerin wehrt sich gegen den Denkmalschutz. Sie stellt ihn inhaltlich in Frage und will zudem das komplette Grundstück mit den Immobilien verkaufen. Der Rat der Stadt hat sich auf die Seite der Kirchengemeinde geschlagen und die Aufforderung des Landesamtes für Denkmalschutz (LfD), das Tersteegen-Haus unter Denkmalschutz zu stellen, schlicht nicht zur Kenntnis genommen. Ob nun der NRW-Bauminister als Schiedsrichter entscheidet oder die gegenseitige Blockade der beteiligten Behörden durch eine andere Lösung aufgehoben werden kann, will von der Mühlen schnell klären. Der Staatssekretär betonte, dass der Denkmalschutz nicht das Ende aller Pläne bedeute. Möglich sei, beispielsweise nur die Fassade unter Schutz zu stellen. Selbst ein Abriss ist bei der Unterschutzstellung nicht ausgeschlossen – die Mercator-Halle in Duisburg ist ein Beispiel. Für die Kirchengemeinde ist wichtig, dass eine Entscheidung fällt: „Wir müssen einem Kaufinteressenten endlich klar sagen können, ob er mit Denkmalschutz zu rechnen hat oder nicht“, forderte Wolfram Tacke, Rechtsanwalt der Gemeinde.

Parallel dazu soll die städtebauliche Entwicklung des gesamten Areals diskutiert werden, regte Michael von der Mühlen an. Die Grundstücksbesitzer Kirche, Land (Hafthaus) und Arbeitsamt (Bund) sowie Stadtverwaltung, Politik und Bürger sollen sich in „Werkstätten“ treffen und Ideen über die möglichst gemeinsame Zukunft des Grundstücks zusammentragen. Das Land werde diesen Prozess unterstützen, sagte von der Mühlen zu – auch finanziell. Der Prozess könnte, so der Staatssekretär, etwa ein Jahr dauern.

Was Hartmut Hohmann, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, für eine „sportliche“ Einschätzung hält. Nicht alle Eigentümer seien beweglich, so Hohmann. Sein Beispiel: Um die Grundstücke von Hafthaus und Gericht zu trennen, habe es fünf Jahre gebraucht. In beiden Fällen ist das Land Eigentümer.