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SPD-Klausur

Den Bürgern die Zusammenhänge klarmachen

01.07.2012 | 10:00 Uhr
Den Bürgern die Zusammenhänge klarmachen
Heike Bergner und Werner Fronhoffs: Sie wollen jetzt dafür sorgen, dass es auch künftig eine Grundschule im Ökodorf gibt. Foto: Marc Albers

Rheurdt.   Schulstandorte haben auch mit Landschaftsschutz, Wohnungsbau und Finanzen zu tun.

In Klausur begab sich die SPD jetzt in Brüggen, um über die wichtigsten Themen und Probleme im Ökodorf nachzudenken und zu diskutieren. Im Vordergrund: Die Dorfentwicklung.

„Da ist beispielsweise der Landschaftsplan“, erklärt SPD-Fraktionschef Werner Fronhoffs. Wenn es nach dem Willen des Kreises Kleve geht, so rücken Natur- und Landschaftsschutz bald wie ein Korsett an die Ortsgrenzen. „Wir können noch 250 bis 280 Wohneinheiten bauen, dazu kommen 70 Lücken. Wenn es wirklich so kommt wie vom Kreis vorgeschlagen, gehen bei uns die Lichter aus.“

Viele Zusammenhänge sähen der Bürger nicht. „Wenn wir nicht mehr junge Familien ansiedeln, wird es eng für unsere Infrastruktur.“ Parteivorsitzende Heike Bergner: „Das betrifft auch unsere Grundschulstandorte. Wir wollen zusammen mit den Bürgern überlegen, wie es weitergehen soll.“

Anders als die CDU, die sich ja schon auf den Erhalt der beiden Grundschulstandorte Schaephuysen und Rheurdt festgelegt habe, wolle die SPD weitere Zahlen abwarten sowie den Bürger befragen. Als eine erste Tendenz, so Fronhoffs vorsichtig, halte es die SPD möglicherweise für sinnvoll, die Schule in Schaephuysen als zentralen Standort auszubauen und zu modernisieren. „Dort haben wir auch genügend Gelände.“ Diese Baumaßnahme könne man mit dem Erlös der Grundstücke der Hauptschule und der Rheurdter Grundschule womöglich kostenneutral finanzieren.

Die Rheurdter Grundschule in das Hauptschulgebäude zu verlagern, koste 1,9 Millionen Euro Sanierungsmaßnahmen. Beide Grundschulen in die Hauptschule zu legen, koste 3,8 Millionen Euro. „Wir wollen abwarten, was es kostet, wenn beide Standorte in Schaephuysen zentralisiert werden.“ Auch dabei müsse man an spätere Folgenutzungen denken.

Neues Haushaltsloch trotz Sparmaßnahmen

Trotz der Sparmaßnahmen werde es wahrscheinlich dieses Jahr ein Haushaltsloch von 250 000 Euro geben. Allein die leere Hauptschule koste jährlich 40 000 Euro. „Die Finanzen spielen eine wichtige Rolle bei allen Überlegungen.“ Es sei fraglich, ob man wirklich drei Sportplätze, zwei Feuerwehrhäuser und zwei Turnhallen brauche. Zumal beispielsweise die Zahl der Sportler weiter sinke. Da sei es erfreulich, dass die Sportvereine bereits über einen Zusammenschluss nachdächten. „Grundsätzlich müssen wir mehr querdenken“, mahnt Bergner. „Ich will nicht, dass es mit der Grundschule so geht wie mit der Hauptschule, die uns plötzlich von oben dichtgemacht wurde.“

Nach den Sommerferien sind die Bürger wieder gefragt. Der zweite Arbeitskreis wird die Themen aufgreifen. Fronhoffs: „Für mich persönlich hängt die Existenz von Rheurdt nicht von den beiden Grundschulstandorten ab. Man muss auch einmal an die 200 000 Euro freiwillige Leistungen für unsere Jugendarbeit, die Pfadfinder und andere denken. Auch solche Dinge sind im Ort wichtig.“

Klara Helmes



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