Demokratie bekommt man nicht geschenkt

Moers..  Schlicht „Soldaten“ heißt eine neue Ausstellung der Volkshochschule Moers – Kamp-Lintfort im Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum. Sie beschäftigt sich mit den Kämpfen am Niederrhein am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Kämpfe brutal und intensiv

70 Jahre nach dem Kriegsende legt die Ausstellung den Schwerpunkt auf die Perspektive der Soldaten, die am Niederrhein auf beiden Seiten kämpfen mussten. Welches Ausmaß die Kämpfe in dieser Region hatten, verdeutlichte der Historiker Wiel Lenders am Donnerstagabend bei der Eröffnung: „Die Rheinlandoffensive startete am 8. Februar 1945 mit 500 000 Soldaten auf Seiten der Alliierten, sechs Wochen später waren es bereits eine Million Soldaten.“ Die Kämpfe seien, so Lenders, brutal und intensiv gewesen, vor allem im Reichswald bei Kleve. Zu Lenders Einschätzung passt die Aussage eine Soldaten, die auf einer Schautafeln der Ausstellung zu lesen ist: „Es war keine gute Idee, sich einen abgeschossenen Panzer von innen anzusehen. Man sah sich immer selbst in tausend Stücken, ohne Kopf, an den Wänden kleben.“

Wiel Lenders wünscht sich eine europäische Erinnerungskultur: „Die neue Generation sucht zum Beispiel das Gemeinsame in der deutsch-niederländischen Geschichte.“ Die Ausstellung über die größte alliierte Offensive in Nordwesteuropa mache, so Lenders, aber auch deutlich: „Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bekommt man nicht geschenkt.“