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"Das Theater wäre nicht mehr lebensfähig"

12.02.2010 | 07:00 Uhr

Moers. Schwer angezählt, noch nicht ausgeknockt – so könnte man die Situation für die Kulturschaffenden am Tag danach umschreiben. Nach den Vorschlägen des Kämmerers müsste das Schlosstheater in fünf Jahren 954 000 einsparen, in 2014 dann mit 318 000 Euro weniger im Jahresetat klarkommen als bisher

„Bei erster Einschätzung der Zahlen bedeutet das, dass das Theater ab Herbst keine neuen Produktionen mehr anbieten kann. Mit diesen Sparvorgaben ist das Schlosstheater als Theater für Moers mit seinen vielfältigen Kinder- und Jugendaktivitäten nicht mehr lebensfähig. Das wäre ein harter Schlag für Moers und ein katastrophales Zeichen mitten im Kulturhauptstadtjahr”, kommentiert STM-Intendant Ulrich Greb die Sparvorschläge. „Dass angesichts der Haushaltslage auch im Schlosstheater alle Einsparmöglichkeiten ausgeschöpft werden müssen, versteht sich von selbst. Wir sind gesprächsbereit, werden ein Konzept erarbeiten und dem Aufsichtsrat mitteilen, bis zur welchen Grenze wir uns Einsparungen vorstellen können, ohne die Existenz des Theaters zu gefährden. Ausdrücklich möchte ich davor warnen, Kultureinrichtungen gegeneinander auszuspielen. Wir brauchen einen offenen Dialog mit allen Beteiligten, wie wir diese schwere Krise gemeinsam meistern und die Besonderheiten der Stadt Moers erhalten können.”

Beide sitzen in einem Boot

Moers-Festival-Leiter Rainer Michalke macht ebenfalls eine Gesamtrechnung auf: „Festival und Theater sollen bis 2014 1,5 Millionen Euro einsparen. Beide sitzen in einem Boot. Das Theater kann auf Grund seiner Struktur kaum sparen – es müsste spätestens 2012 schließen. Das erhöht den finanziellen Druck auf das Festival, und das Ergebnis liegt auf der Hand: Entweder das eine oder das andere sterben lassen. Da der Spardruck weiter zunehmen wird, wird über kurz oder lang das andere sterben. Es muss jetzt darum gehen, konstruktive Lösungen zu erarbeiten und sich mit den Leitern der Kulturinstitutionen auf Augenhöhe zusammenzusetzen. Dann bin ich zuversichtlich Festival und Theater – vielleicht nur mit einem blauen Auge – durch die Krise zu bekommen. Von Seiten des Bürgermeisters habe ich jedenfalls konstruktive Signale in dieser Richtung vernommen.”

Noch mehr knapsen? Comedy Arts Festivalleiter Holger Ehrich: „Gemessen an unserem ohnehin kleinen Etat träfe uns die Kürzung sehr empfindlich und würde zwangsläufig Veränderungen mit sich bringen. Wir reden über ein Budget, das seit zehn Jahren nicht mehr an die normale Kostensteigerung angepasst wurde.” Ehrenamtler, Künstler und Firmen, die aus Verbundenheit für günstige Konditionen arbeiten – „das kann man nicht ewig ausreizen.”

Gabi Gies

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