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Das Recht auf Transparenz

30.01.2010 | 09:00 Uhr

Die Verwaltung sieht die Welt so: Da wartet der Königliche Hof seit zehn Jahren auf sein Lifting, da macht es keinen Unterschied, ob die Moerser drei Tage früher oder später erfahren, wie es ausschaut. Und so: Das Verfahren lässt uns keine Wahl. Beides ist falsch!

Die Moerserinnen und Moerser haben Recht auf Transparenz und Mitnahme. Schon aus sachlichen Gründen.

Zunächst mal ist es das Geld der Bürger, dass da eingesetzt wird. Fragen Sie mal in der Verwaltung nach, wer sich ein Auto im Werk XY bestellt und abwartet, welches Modell geliefert wird. Und dann: Fragen Sie mal bei den Bürgern nach, wer überhaupt ein Einkaufscenter am Kö haben möchte. Unsere Zeitung hat es getan, in einem repräsentativen Bürgerbarometer. Ergebnis: Das Gros lehnt ein solches Projekt ab. Da Verwaltung und Politik offenbar anderer Auffassung sind als Volk und Wähler, haben sie die Pflicht, die Entscheidungen in jedem Schritt nachvollziehbar zu halten.

Es geht um Vertrauensbildung

Nicht zuletzt geht's um Vertrauensbildung. Nach den peinlichen wie ärgerlichen Transparenz-Debatten um das Sportzentrum Rheinkamp und das Rathaus, einem zehnjährigen Investor-Karussell und etlichen Gefechten um Eigentumsverhältnisse und Vermietungen schürt diese Informationspolitik weiter Skepsis. Natürlich: Ohne MAB geht nichts. Der Investor muss einverstanden sein. Aber man ist ja einig, also was kann passieren? Wohlgemerkt: Es geht nicht darum, notorischen Nörglern ungelegte Eier zum Verbraten zu servieren, sondern um Mitnahme der eigentlichen Auftraggeber. Nicht drei Tage nach der Vergabe, sondern davor, mindestens aber zeitgleich. Wenn es triftige Gründe dagegen gibt, die jenseits menschlicher Logik liegen, täte die Verwaltung gut daran, sie zu benennen anstatt sich kargen Wortes hinter einem komplizierten Verfahren zu verschanzen. Das zeigt im Übrigen, wie groß die Macht des letzten verbliebenen Investors beziehungsweise Hoffnungsträgers gegenüber der Stadt ist. Und im Hinblick auf das Transparenz-Gebahren, in welch schwierige Gefechtslage sie sich über die Jahre gebracht hat.

Die Chance auf eine gute und attraktive Lösung am Kö ist da. So allerdings wird den Befürwortern die Freude darauf verhagelt. Sie wissen nicht, warum sie sich (mit)ducken sollen.

Michael Passon

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